Many of you know the BAUHAUS. After the war in a Western German "Bauhaus" was founded as Hochschule für Gestatung, Ulm. The Foundation of the International Froum for Design is organizing annually a symposium with special focus.  In 1996 the topics were about Television, Computer and Virtual Reality.
MAN- MASS- MEDIA - Interaction and Manipulation
In the proceedings you will find this short synopsis of my presentation: (the full text will be translated a.s.a.p) 

New Horizons and Orientation Thanks to a New Mental Architecture
Dipl.-Ing. Heiner Benking

English abstract by the IFG editors / organizers: 
At the moment, people's capacity to think three-dimensionally is underdeveloped. That is why studies examine the opportunity of three-dimensional intelligence and orientation. The 'panorama of knowledge' is a model designed to facilitate visual access as well as the interlacing of fields of knowledge. It provides a structure for navigation processes and at the same time, is a dynamic, modular and configurable system for a comprehensive architecture of knowledge.

International Design Forum (IFG) Ulm  - Internationales Forum für Gestaltung Am Hochsträß 8 D 89081 Ulm
IFG Ulm exists to conduct practice-orientated research into design processes and make the results available through further education and publication. IFG Ulm addresses que-stions drawn from the design - production - distribution problem cluster, principally relating to designing products for industrial manufacture, visual communication, informati-on and design in industrial building.
Ulm replaces a closed higher education course with a continuous sequence of subject-linked projects each lasting a year. The projects are carried out by scholarship holders and internationally recognized experts in the field. It sees itself as an institution for applied research and further education in the field of design.
other authors include: Fred Hochstrasser, Wibke von Bonin, Beate Schneider, Margot Berghaus, Monika Fleischmann, Stefan Iglhaut, Jörg Rüggeberg, Dof Zillmann, Kaspar Maase, Alphons Silbermann, Joseph Weizenbaum, Georgia Tornow, Markus Schöneberger, Tilmann P. Gangloff, Gerhard Schmitt, Siegfried Zielinski, Benjamin Heidersberger, Simon Stockhausen, David Urban,...

pp. 34-41
Scanned & OCR'ed TEXT, not yet proof-read!!

Neue Horizonte und Orientierungen dank einer Architektur für Denkräume

Dipl.-Ing. Heiner Benking
 

Einführung
Die Fähigkeit räumlichen Denkens ist unterentwickelt. Zwar zeigen zum Beispiel einige Architekten, Erfinder und Künstler erstaunliche Fähigkeiten, sich räumliche Situationen vorzustellen und sie dann Die Möglichkeiten räumlicher Wahrneh- zu erschaffen und zu gestalten, doch bleibt mung, räumlichen Denkens und räumli- diese Kunst oder Intelligenz von üblichen chen Gestaltens werden diskutiert und ein Ausbildungsprogrammen völlig unbeachtet dynamisches, modulares System, das und die Aneignung einem jeden selbst 'Panorama des Wissens'wird entwickelt. überlassen. Die grundlegenden Fähigkeiten werden zwar vorausgesetzt, jedoch nicht gefördert. Dies liegt zu einem großen Teil sicher daran, daß räumliche Koordination und Orientierung als Fähigkeit und Fertigkeit entweder sehr früh angelegt werden, vor den staatlichen Bildungsprogrammen, also schon vor dem Kindergarten oder Elternhaus, oder aber überhaupt nicht.
Es mangelt an Anregungen und Herausforderungen, einseitiges 'flaches' Spiel kann fehlende handwerkliche Übungen und Orientierung in großen Räumen nicht ersetzen. Die erstaunlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die heutzutage den Kindern in Computer-Spielweiten 'zufallen', zeigen sowohl das Potential als auch die Gefährdungen, die auftreten, wenn nur Angst und Fluchtwelten, nicht aber realweltbezogene Fähigkeiten, in bezug auf Sinnwelten, erlernt werden. Computerspiele vermitteln nicht die einprägende Kenntnis, die für Details notwendig ist; damit fehlt allerdings auch das Material für anschauliche Zusammenhänge. Außerdem stellen viele Spielabläufe in der Regel nur logisch strukturierte Prozesse dar, die zwar Reaktionen, nicht aber vernünftiges Nachdenken erlauben. Auf diesem Weg erscheint deshalb ein Erkenntnisgewinn nur schwer möglich. In diesem Artikel soll gezeigt werden, daß wir sträflich menschliches Potential vernachlässigen, wenn nicht die Ausbildung zumindest einen Ausblick auf die grundlegenden Fähigkeiten oder Intelligenzen eröffnet. Diese Basis-Intelligenzen sind z.B. nach Howard Gardner die musische, körperlich-kinetische, logisch mathematische, räumliche, inter- und intra-personale Intelligenz. Selbstverständlich ist ein ausgewogenes Maß anzustreben, Spezialisierungen kristallisieren sich wie selbstverständlich durch die Anlagen heraus, doch es gilt sie zu erkennen und ausgewogen zu fördern.
Neben dem Selektionskriterium IQ und mathematisch-logischer Intelligenz gibt es also noch andere Maßstäbe oder Fähigkeitsfelder. Bekannt sind die besonderen Fähigkeiten kommunikativer zwischenmenschlicher oder musischer Art. Ein unbestelltes Feld stellt nach Meinung des Autors das körperlich-kinästetische und räumlich-kognitive Potential dar, das wie Innen- und Außenwelt, eng miteinander verbunden zu sehen ist.

Dieser Artikel will die Möglichkeiten räumlicher Wahrnehmung, räumlichen Denkens und räumlichen Gestaltens näher beleuchten. Er postuliert, daß nach der Berücksichtigung der Perspektive durch die Orientierung und Navigation in kognitiven Räumen ein großer Entvvicklungsschritt möglich sein wird, da Überblicke auf Ganzheiten nicht mehr allein auf die direkte physische Umgebung beschränkt sein brauchen, sondern auf abstrakte und integrative Fragen ausgedehnt werden können. Dabei ist unter Ganzheit die Ebene bzw. der Bewußtseinsraum zu verstehen, in dem das Detail an der richtigen Stelle eingeordnet  wird. Dadurch wird die Ganzheit im Detail erkennbar. So können duch die (Über)Spezialisierung ausgeklammerte Themen wie: Weltbilder, Ganzheiten, aber auch Wissensorganisation, Ethik, Bildung und Kreativitätsforschung neu betrachtet werden.

Räumliche Intelligenz und Orientierung
Nach Howard Gardner, aber auch nach der Kognitions- und antropologischen Forschung, sind die Orientierungssysteme von Mensch zu Mensch und von Kultur zu Kultur verschieden und damit ein Spiegelbild und Spielball vielfältiger Interessen und Umstände. Es ist nicht so, daß einige Menschen Karten oder Pläne lesen können und andere nicht. Sie leben jedoch in verschiedenen Bezugssystemen und machen sich wenig Gedanken darüber, daß Dinge anders verortet und eingeordnet werden können, oder ob die Transformationen zwischen den Weltmodellen (Toleranz) gefördert werden könnten - sie suchen nicht den Bezug zu anderen Sichtweisen.

In diesem Artikel geht es darum, mit der Frage nach neuen Horizonten und Orientierungen herauszufinden, ob die angestrebten Modelle für Überblickswissen und Orientierung in räumlichen Ordnungen überhaupt eine Chance haben. Auf der einen Seite sehen wir eine wachsende 'Oberflächlichkeit' und Tendenz zu 'flachen' bunten und schnellen Bildern, auf der anderen Seite die Entwicklung räumlicher, tiefer Bilderwelten, die spielerisch erschlossen werden und durch neue räumliche Datenstrukturen und grafische Schnittstellen sehr einfach und intuitiv angenommen werden können. Oft erscheint der Kampf zwischen Verflachung und Vertiefung schon entschieden, ein ungleicher Wettkampf, da die senso-motorischen Fähigkeiten Vorbedingung für eine Ausbildung abstrakter Fähigkeiten sind.

Architektur und räumliches Denken
In der Zeit der Jugendstilbewegung wurde der Raumgedanke vor allem durch das soziale Bewußtsein ausgelöst. Daraus entstanden der moderne Städtebau und der Raumordnunggedanke des modernen Siedlungswesens. Mit dem Wiener Architekten Adolf Loos (1 870-1933) wurde diese Entwicklung zu einem neueren, höheren Raumgedanken auf die Baukunst übertragen und schloß so an den pythagoräischen Entwicklungsprozeß in der Renaissance an. Hier wurde der Raum als Ganzes gedacht und durch den Kubus als einfachstes Gestaltungselement modular verwirklicht. Um der Gefahr der Monotonie entgegenzuwirken entstand nun zur Zeit von Loos ein 'Raumplan', der ein Komponieren der miteinander in bezug stehenden Räume zu einem harmonischen, untrennbaren Ganzen, zu einem raumökonomischen Gebilde, ermöglichte. Nachfolgend wird untersucht, inwieweit eine solche Vorstellung, nämlich der Schritt vom flächigen Grundriß zu einem 'Raumplan', sich weiterentwickelt und durchgesetzt hat, oder welche Hindernisse sich aufzeigen lassen. Des weiteren gilt es die Konzepte der Architektur auf ihre Allgemeingültigkeit für jegliches architektonische Werk zu betrachten, also auch für Denkräume und Sinnwelten.

'Vor Immanuel Kant konnte die Menschheit nicht im Raume denken-, und die Architekten waren gezwungen.... Und wie es einmal der Menschheit gelingen wird, im Kubus Schach zu spielen, so werden auch die anderen Architekten den Grundriß im Raume lösen'. (Adolf Loos 1870-1933)
 

Architektonik
Zentral erscheint die Formulierung einer besseren Hoffnung, eines Raumes, der uns produktiv macht ('wahre' Baukunst), dabei erscheint vorrangig das Augenmerk auf Form und Inhalt, auf innere Logik und Struktur und die Suche nach einer Folgerichtigkeit des Systemaufbaues. Dazu gehören, wie oben schon erwähnt, lokale/micro- und globale/macro-Darstellungen, die in einem tiefen, verschachtelten und in sich stimmigen Bezug stehen. Dies ist die Architektonik, oder die 'Kunst der Systeme' (Kant 1781 - Kritik der Vernunft). Ein wesentliches Element dieser Kunst ist die Ausrichtung eines solchen Systems auf eine Idee. Dazu beachte man die aktuelle Diskussion zu Weltbildern, Ganzheiten und organischen Modellen, wie sie z.B. Jan C. Smuts in den 20er Jahren mit dem Begriff Holismus geprägt hat.
 
 

lnformationstechnologie, gesellschaftliche Auswirkungen und das Tagungsthema
Eingehend auf das diesjährige Veranstaltungsthema: 'Mensch - Masse - Medien. Interaktion oder Manipulation' soll zum einen geprüft werden, welche Beiträge aus den Erfahrungsschätzen des Designs, der Architektur und der Planung zur Verfügung stehen, und ob der Austausch, der Abgleich und Vergleich von konkreten, abstrakten und fiktiven Realitäten nicht neue VVege, Sichten und Horizonte eröffnen kann. Zum anderen gilt es zu sichten, welche technologischen Möglichkeiten und menschlichen Fähigkeiten eine Synthese erlauben, sich ergänzen und beflügeln können

Aufbauend auf Erfahrungen mit Darstellungsverfahren wird definiert, wie mittels einer Architektonik des VVissens, dem Modell des 'Panoramas', ein visueller Zugang zu ganzheitlichen VVeltmodelien ermöglicht werden kann. Es handelt sich dabei um einen Vorstellungsrahmen bzw. ein modulares Gerüst, in dem es möglich ist, Themen und Situationen zu lokalisieren, sie thematisch aufzureißen, zu beschreiben - all dies mit dem Ziel, sich gezielt und eindeutig über (mitunter nicht greifbare) Strukturen und Zusammenhänge unterhalten zu können. Über die Konzepte des Maßstabs und der Lupe läßt sich so, auch für 'Unbe-greifliches', eine gemeinsame An- und Aussprache über Sachlagen, Ebenen, Nachbarschaften, Verhältnisse, Proportionen und Konsequenzen erreichen.

Der Vorstellungsrahmen des Panoramas (3Raum/Zeit), eine Kombination von drei grundlegenden Bezugsräumen, kann analog zum physischen Raum beschnitten und optisch erfaßt werden, und es gelten analoge Beziehungen und Begriffe, wie zum Beispiel Ebene, Nachbarschaft, Horizont. Der Kunstgriff liegt lediglich darin, daß die eingebundenen Objekte abstrakt sind, wodurch Themen und Situationen in ihren Relationen und Proportionen beschrieben und anschaulich gemacht werden können. Der Abriß odee die freie Kombination von in gängigen Denkschulen und Begriffssystemen nicht zusammenhängenden Regionen ermöglicht es, bestimmte kulturelle oder fachspezifische Sichtweisen besser zu erkennen und fördert damit 'Zusammendenken' und 'Querdenken'. Die so möglich werdenden neuen, spielerischen und mitunter auch 'naiven' Fragestellungen sollen Raum geben und Brücken bauen für inter- und trans-disziplinäre Herangehensweisen an Probleme und deren Antworten.

Angestrebt wird hier vor allen Dingen eine einfache und damit gleichermaßen natürliche wie sinnvolle Verknüpfung von VVissensräumen, Dazu gilt es, die Vertrautheit des Menschen mit den Konzepten Raum und Landschaft zu nutzen und gleichzeitig den Vorstellungsrahmen zu erweitern. Diese Verfahrensweise gestattet übergreifende Recherchen ebenso wie das Aufdecken von Zusammenhängen und fördert damit in weiterer Folge die Übertragbarkeit und Harmonisierung heterogener Bereiche oder Gebiete. Die auf diesem VVeg erreichbare, in sich geschlossene Darstellung macht neue 'Querfäden' zwischen thematischen Sammlungen von Wissen sichtbar; somit wird den Konzepten Wissensgebäude, Wissensbaum, VVissensfelder etc. eine natur- und damit lebensnähere Metapher hinzugefügt, die helfen soll, all diese Sammlungen unter einem logischen Dach zu vereinen.

Die zentrale Herausforderung liegt in der Brücke zwischen Fachgebieten und Objekten, einer Verbindung zwischen Räumen oder Landschaften für Objekte, Kontexte und Begriffe. Die Situation1La ge im Denkraum und metaphorische Übertragungen von allgemeiner Erfahrung, der Schritt vom Greifen zum 'Begreifen'sind die zentralen Konzepte für den Entwurf eines Modells für Wissen1Nichtwissen.
 
 

Raum und Karte, Orientierung und Vertrautheit

Denkmodelle und Denkschulen von Euklid bis Descartes und dem Cartesianismus werden mit rational und streng analytisch/logischen Denkmustern und Denkräumen in bezug gebracht. Solch eine Begrenzung auf 'orthogonales' Design ist als Vereinfachung und Verflachung praktisch und hilfreich, entspricht auch dem menschlichen Raumempfinden, reicht aber für komplexe Abbildungen, für dynamische und ineinander verwobene Prozesse oft nicht aus. Die vielerorts in diesem Zusammenhang eingeforderten 'Wissenskarten'und die Suche nach Wegweisern gehen von dieser 'naiven' flachen Sichtweise aus. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes 'einseitig' und bieten nur einen, noch dazu willkürlichen Schnitt durch die Realität. Allzu schnell werden dabei aus entsprechenden Karten Aspekte herausgelesen sowie Deutungen hineingelesen, die nicht 'kartiert', also eingetragen wurden. Generalisierungen und Projektionen sind von vielen Faktoren wie Standort, Zeit, Blickrichtung abhängig; deshalb liefern sie zwar oft ein problemund aufgabengezogenes, niemals aber ein vollständiges und intersubjektives, also wirklichkeitstreues Abbild.

Das Konzept des Raumes wurde zuerst als Behälter für Objekte der dinglichen Welt angesehen, später aber auch als Konzeptraum oder Konfigurations-Raum. Eine Revolution des Denkens ergab sich dann mit einer neuen Raumauffassung durch Künstler und Konstrukteure wie Leonardo da Vinci, mit der 'Erfindung' der Perspektive, die neue Repräsentationen ermöglichte und den Vorstellungsraum erweiterte. Philosophisch gesehen ist jede Ordnung potentiell eine Unendlichkeit von Ordnungen, die sich auf beliebige drei Ordnungen reduzieren läßt. Gerade deshalb erscheint es richtig, durch eine Kombination von Referenzräumen die 3-Dimensionalität des Raumes auszuschöpfen und mit Indexierung auch die notwendige Anschaulichkeit und Handhabbarkeit, sprich: die menschlichen Potentiale und Grenzen, in den Ansatz einzubeziehen. Mit der Kombination von Perspektiven, aus naturräumlichen geaauso wie aus imaginären oder fiktiven Welten, soll der Bezugsraum und damit das Bewußtsein für den Zusammenhang vor Ort, Thematik und Begrifflichkeiten, erweitert werden.
 

In Anwendung der Ekistics, also der Wissenschaft der Planung von Siedlungen, wurde schon immer ein Gitter verwendet, das den Zugriff auf große Mengen heterogener Daten zuläßt. Solch ein Gitter wird im Joumal for Ekistics als Themenbild oder -rahmen anstelle von Stichworten abgebildet und ermöglicht einen schnellen und zielsicheren Zugriff auf Themen und die Suche nach Inhalten. Der Gründer der Eikstics, Doxiades, fordert in seinen Werken eine Projektion dieser Gitter in die Zeit. Dies ist heute durch 3-dimensionale Eingabesprachen und Darstellungssysteme machbar und sinnvoll und dürfte durch den visuellen Zugang Mißverständnisse vermeiden und zielsicher Themen auch bei unscharfen Begriffstagen orten und verknüpfen helfen. Themen- und Fachbereiche (subjects) werden wie 'objects'als Daten- oder Wissenskörper aufgefaßt. Durch automatisierte Recherche und visuellen Zugang werden übergeordnete oder bereichsübergreifende - transdisziplinäre -Ansätze denk- und vorstellbar.
 

Horizonterweiterung und universelle lndexierung
Es geht darum, eine Ervveiterung der Repräsentation zuzulassen, relevante, den Überblick und das Verstehen fördernde Dimensionen einzubeziehen, sich aber gleichzeitig auch in der Anzahl und Definition der Basis-Achsen, Ordnungen und Räume zu begrenzen. Der nachfolgend beschriebene Ansatz zeigt, daß der Entwurf mit einer Trias von drei Referenzräumen auskommt, einem physischen Koordinationssystem für die physische Lage, einem Koordinatensystem für Themen und Kontexte, und einem Koordinatensystem für Begriffe ('Wortwelten'). Es wird ein universelles und in sich vollständiges Bezugssystem für eine einheitliche und wiederholbare Indexierung, Recherche und Beschreibung von Daten und Wissenselementen angeboten. Dabei übernimmt die Zeitachse unter den gewählten Ordnungen oder Achsen eine Sonderrolle in dem nachfolgend beschriebenen Verbund von Blackbox und Panorama. Die Zeitachse oder Zeitordnung wirkt in alle anderen Referenzräume hinein. Es verbietet sich somit eine direkte Anbindung an ein viertes Bezugssystem.
 

Das Panorama des Wissens, eine Kombination von Denkräumen um einfach, anscnauiicn uriu vollständig Objekte, Zusammenhänge, Konzepte und Begriffe durch ein ver-'orten'in einem Kontext oder Rahmen darstellen zu können. So besteht die Möglichkeit gemeinsame Situationen und Bezüge zu definieren, Realwelten, Sinnweiten und künstliche Weiten zu verbinden und sich besser zurechtzufinden in Vielfalt und Komplexität.

Der vorgestellte Entwurf einer ganzheitlichen Weitsicht


Der Versuch einer Zusammenfassung
Mit dem Entwurf eines Überblicks, als Panorama oder Gesamtsicht unter Vernachlässigung der Details wird ein kritischer Schritt gewagt. Der Entwurf überspringt Sprachgrenzen und Denkgrenzen, indem er Sichten integriert und zur Veränderung der Perspektiven und Blickweisen einlädt.

Das 'Panorama des Wissens' ist nicht nur lediglich ein vorgefertigtes Gerüst, dessen Vertrautheit räumliche Navigationsprozesse erleichtern kann, sondern es handelt sich bei diesem Ansatz um ein dynamisches, modulares also konfigurierbares System. Auf diese Art und Weise wird eine umfassende Wissensarchitektur, ein anschaulicher Bezugsrahmen geschaffen, der ein spielerisches Erkennen und Erfassen von Strukturen und Zusammenhängen möglich macht.

Sehen, Schauen, Erkennen und Begreifen sind zentrale Themen, die durch die Erweiterung der Bezüge, die Nachvollziehbarkeit und Mitteilung von Kontexten und Zusammenhängen breiter gesehen werden können. Goethe schreibt von einer unschädlichen Abstraktion, einer Abstraktion, die nicht nur helfen soll, andere Dimensionen einzubeziehen, sondern auch Aspekte und Horizonte zu integrieren und gemeinsam zu betrachten.

Durch die einfache und einprägsam Konstruktion eines Vorstellungsrahmens für Zusammenhänge und Beziehungen wird eines von vielen ganzheitlichen 'Denk-Gebäuden' vorgeschlagen, das uns bei der Orientierung und der Integration von Teilsichten helfen kann. Nicht die Festlegung auf ein bestimmtes Ziel, sondern die flexible Kombination, als Gegenmittel zum Dogmatismus, ist das -wichtigste Designkriterium.

Wichtig erscheint, daß Ökologie nicht nur Ausgangspunkt war und ist, sondern als Metadisziplin auch praktische Aufgaben und Projekte als ganzes und einfaches modulares System entwickeln half.

Bei der Suche nach Wegen vom Greifen zum gemeinsamen Begreifen ist ein Lageplan für Wissen und Nichtwissen zur Bewältigung von Problemen der Überflutung, der Unternutzung, des Mißbrauchs und der Manipulation von Information von entscheidendem Gewinn.

Die Gestaltung von Räumen, ob nun Lebens- oder Denkräumen sollte immer die soziale Dimension im Auge behalten. Eine transparente, harmonische Bauweise, ohne geheime Räume und ohne Zugangsbeschränkungen, ist lebensnah und gewinnt durch einprägsam Aufteilungen. Es zeigt sich, daß Werkzeuge der Datenaufbereitung, z.B. auch der Ekistic sowie Fertigkeiten der Baukunst und des Designs eingesetzt werden können, um auch für Augenmaß und Augenschein Vergleichbarkeiten, einen Maßstab oder einen Maßraum finden zu helfen. So können Beziehungen und Zusammenhänge, Proportionen und Konsequenzen besser und anschaulich mitgeteilt werden. Es ist eine dringliche Aufgabe, diese Möglichkeiten unbefangen zu sichten und sich dabei nicht von künstlichen Wort- oder Denkgrenzen abschrecken zu lassen. Grenzen sollen und können spielerisch errichtet und fallengelassen werden. Gefragt sind neue Horizonte zur Förderung von Kreativität, Toleranz und nicht zuletzt Bildung, da diese das Fundament eines jeden sozialen Gebildes/Gebäudes darstellt, sowie Hilfen, um nicht nur zu Wissen, sondern dieses Wissen auch verknüpfen und transzendiern zu können.
 

Literaturhinweise:
Benking, H.: (1995) The Optics of Ethics - Scales, Patterns, Horizons, Proportions, and Consequences in Shared Perspectives, Group 111: Eco-Philsophy/Environmental Ethics, (WFSF) Worid Futures Federation Conference 'Futures Beyond Poverty, Nairobi (nicht erschienen - Tod des Konferenz Präsidenten Odera Oruka)
http://www.newciv.org/cob/members/benking/opto.html
Benking, H.: (1 996) Being and Feeling Part of Life and Nature, First Electronic Seminar on Wholeness, ISSS, http://www.newciv.org/ISSS_Primer/seminar.html
Benking, H.: (1 996) Nature as a Blackbox: Towards a 'Panorama of Understanding' - A Broader Spectrum for Floating Between and Beyond 'What we Know and Miss', Research Notes for WORLD FUTRES, Vol. 47, not yet published but covered in: http://benking.de/ISSS-Primer-wholeness.html
Benking, H.: (1 996) A Paradigm-Shift? Orchestrating Representations Like Knowledge Trees and Knowledge Spaces, COUNCEIL de l'EUROPE, Conference on a NEW SPACE FOR CULTURE AND SOCIETY - New Ideas in Science and Art, Prague Castle, Czech Republic, http://benking.de/meta-paradigm.htmhttp://www.cicv.fr/archives/council/participants/benking.html
Benking, H.: (1996) CONCEPT and CONTEXT Mapping - Towards Common Frames of Reference, 48. FID, Graz: http://benking.de/Global-Change/FID-1996.html  und TKE '96 - Terminology and Knowledge Engineering, Association for Terminology and Knowledge Transfer, International Centre for Terminology (termnet), Wien, http://www.ceptualinstitute.com/genre/benking/term/terminology.htm -       siehe auch http://benking.de/TKE-99.html
Benking, H. Judge, A.J.N.: (1994) Design Considerations for Spatial Metaphors - Reflections on Viewpoint Transportation Systems, acm- ECHT, Edinburgh - with focus on mereging and morphing views and metaphors, http://www.Icc.gatech.edu/faculty/dieberger/ECHT94.WS.Benking.html or: http://www.ceptualinstitute.com/genre/benking/spatialm.htm
Benking, H., Goppold, A.: (1994) Wissenswelten: Gedanken zur Organisation und Orientierung, In: Wissen und Macht - Die Krise des Regierens, Sonderband - 1 0. Todestag von Michel Foucault, Talheimer Verlag, Tübingen http://benking.de/foucault.html   siehe auch: http://benking.de/sinn-fluchtwelten.html

Postscript Benking 2002:
Ich empfehle folgende zusammenfassende Texte:
1989-2002   Spacial versus Spatial: Setting the Common Frames of Reference  - 
http://benking.de/Global-Change/spatial-spacial.html
  1989-2002    Raum und Virtualität: Potential oder Leere?
Die Bergwelt als Beispiel und Ursprung für den Zugang und die  Auseinandersetzung mit "neuen" Welten
http://www.inst.at/berge/virtualitaet/benking.htm

Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Margot Berghaus
In der Diskussion ging es hauptsächlich um Fragen der Gestaltung, z.B. bei 'dynamischen Räumen', wo völlig neue Mittel eingesetzt und wo Räume neu geordnet werden.

SUMMARY OF THE ORGANIZERS: Zusammenfassung der Tagungsleitung:
At the moment, people's capacity to think three-dimensionally is underdeveloped. That is why studies examine the opportunity of three-dimensional intelligence and orientation. The 'panorama of knowledge' is a model designed to facilitate visual access as well as the interlacing of fields of knowledge. It provides a structure for navigation processes and at the same time, is a dynamic, modular and configurable system for a comprehensive architecture of knowledge.