IKÖ Symposium „Ökologie und Kommunikation, Bonn, Mai 1995

 

Beitrag Benking: Wissenskosmos oder Wissenspanorama? Quo vadis Medien, Bildung und Bewusstsein?

 

With contributions from Günter Altner, Norbert Meder, Michael Wehrspaun, Wilhelm Trampe, Godela Unseld, Alf Ammon, Barbara Mettler-v. Meibohm, Jürgen Rinderspacher, Ulrich Briefs; Heiner Benking und mit einer Abschlussdiskussion zur “ökologischen Kompetenz” war das ein extreme diverses und hochprofiliertes Symposium, selten in seiner Tiefe und Unterschiedlichkeit.

Teilnehmende / Vortragende waren noch Philosoph xy, Johannes Heinrichs; Andeas Goppold, Farah Lenser, .. ? aber die Namen finde ich nicht auf dem ersten Resume von Scholl wie es mir vorliegt.

 

 

 

Leider ist auch auf mehrfache Anfrage und Erinnerung von Ulrich Briefs das Symposium nicht dokumentiert worden. Dies ist sehr schade weil gerade unterschiedliche Meinungen, Stile, Formen,… wenn Sie ausgesprochen und abgeglichen würden das Potential bieten würden auch mal andere, wirklich interdisziplinäre Entwicklungen voranzutreiben.

Die Zusammenfassungen von Armin Scholl sind hochinteressant – ich kann und werde hier aber nur Auszüge aus seinem Resume meines Beitrags wiedergeben, da es mir an andere Stelle um Tansdisziplinarität, unterschiedliche Denkweisen, Ausdrucksformen, Gesprächskulturen geht – aber auch um die Vermeidung jeglicher Auseinaderssetzung mit dem „Anderen“ und Fremden.

 

Benking stellt überblicksartig seine Arbeit der letzten fünf Jhrevor, in der es ihm darum geht, Plnugnswissen zusammenzufassen und visuell darzustellen, um  einen schnellen Überblick zu ermöglichen. Dabei werden große Mengen von Daten grob vorstrukturiert. Die Ordnungsstruktur in räumlichen Koordinaten bildet eine Superstruktur, eine Wissenskartei, die tiefer gestaffelt ist als das übliche zweidimensionale (flache) denken. So können geografische Landsschaften ebenso erschlossen werden wie thematische „Landschaften“.

 

Benkings ziel sit das Wissenspanorama. Der Kosmosbegriff ist dagegen viel zu anspruchsvoll.  Mit Hilfe de Raumkonzepts kann eine Kontextwelt geschaffen werden. Wenn man beispielsweise nach einem bestimmten Schlagwort sucht, ist es nötig, genau diesen Eintrag (in einer Bibliothek, Datenbank) zu kennen. Ene Kontextualisierung und Harmonisierung ermöglicht jedoch gerade den Verzicht auf diese genaue Kenntnis. Es genügt, dass man ein ähnliches Wort kennt. Auf diese Weise ist es möglich, Bibliothekswissen und Realwissen zusammenzubringen.

Der Anwendungsbereich ist zum Beispiel die Arbeit mit Kindern; deren Denkschemata noch nicht gesfestigt und damit spezialisiert sind. Wenn Kinder durch Überblickswissen (profundes Halbwissen) mehr verstehen lernen, wenn sie über das Greifen zum Begreifen gelangen, dann sind auch Verhaltensänderungen möglich.

Benkings Vortragsstil ist ungewöhnlich. Im Stakkato-Stil vermittelt er – durch Lichtbilde unterstützt – in einem vorgegebenen Zeitrahmen von einer halben Stunde eine fünfjährige Praxiserfahrung. Die Rezeption bereitet Schwierigkeiten.: „Überfall“, „Schlagworte“ und „Explosion“ waren die Metaphern der Beschreibung von Benkings Vortrag. Benking verteidigt sein Absicht, „Türen zu öffnen, nicht jedoch die dahinterliegende Welt zu beschreiben“.

Schliesslich wurde kritisiert, dass die räumliche Dreidimensionalität nicht ausreichend für die Weltwahrnehmung ist. Allerdings dominiert nach wie vor das zweidimensionale Denken, so dass der Zwischenschritt übe die Dreidimensionalität zum integralen Denken notwendig st. Dreidimensional ist außerdem nur er Referenzraum der Beschreibung. Nur durch die Wiedergabe einer räumlichen Beschreibung sind komplexe Strukturen überhaupt kommunizierbar.

 

Postscript Heiner Benking: nach fast 15 Jahren:

Es ist erstaunlich wie das „Protokoll“ von Armin Scholl viele Details und Zusammenhänge wiedergibt, wie viel er von diesem kurzen Beitrag verstanden und reflektiert hat, noch dazu ohne grobe Missverständnisse! Ein Bravo.

Ich erinnere nach dem Vortrag eine erregte Diskussion über Formen, nicht Inhalte. Es scheint immer ein – oder zwei Wortführer zu geben die ihre Überforderung und Befremden kultivieren müssen.

Interessant ist, dass nicht wie früher, wie ich es z.B. in der Royal Society oder bei den Alpach Symposien kenne, auch die Diskussion aufgezeichnet und publiziert werden. Das wären Zeitdokumente auf die man zurückgeifen könnte um Verständnis- und Struktur- und Anwendungsfragen nachvollziehen und weiterverfolgen zu können.

Im Rückblick ist angesichts unserer kognitiven Begrenzungen und wissenschaftlichen Scheuklappen interessant wie Ausgrenzung und Sektierertum den überall geforderten Austausch und die Interdisziplinarität verhindern.

Diese Notiz schreibe ich Anfang 2009 in Vorbereitung der Internetseite zum 9-dimensionalen Cognitiven Panorama und der deepworlds und in-betweener Internetseiten. www.9-d.org