FAW - NEWSLETTER 5/ 1993, September / Oktober

http://www.faw.uni-ulm.de/ - der erweiterte Text eines doppelseitigen Sonderdruckes s/w

und farbig ist unten angefügt und wird zur Thematik „blackbox“ und „whitebox“ diskutiert.

s.a. (2012) infographics "timeline"


http://www.worldfutures.org/

Turku, Finland, 1993       

see fullreport: 
benking.de/ceptualinstitute/education.htm

"Blackbox Natur" -  Rubik's Cube of Ecology:
der Hyperlink ECO-CUBE

Zur Verbesserung des Vorstellungsvermögens und Förderung des Bewusstseins für ökologische Zusammenhänge durch ein abstraktes räumliches Ordnungssystem für multi-dimensionale Information

'Coherence and Chaos in Our Uncommon Futures -Visions, Means and Actions-' war das Leitthema der 13. "World Futures Studies Federation" (WFSF) Konferenz, vom 23.-27. August in Turku, Finnland. Hier wurden zukunftsrelevante und ganzheitliche Themen aufgegriffen, z. B. wie kann der Mensch planetare und abstrakte, doch Ÿberlebenswichtige Probleme erfassen? oder: wie kšnnen komplexe, chaotische Strukturen erkannt, zugeordnet und verglichen werden?

Das FAW unterstützte einen Fachbeitrag und ein Poster mit dem Titel: "Unser Weltbild ist zu flach!" Der Autor, H. Benking, präsentierte ein Instrument, eine Vorgehensweise und ein Zugriffskonzept, die gemeinsam auf einer graphisch-räumlichen Schnittstelle basieren. Ziel ist es, inhomogene, multi-dimensionale Umweltdaten, also geo- und zeit-codierte Informationen, die mit einhergehenden großen linguistischen Inkonsistenzen behaftet sein können, besser verarbeiten und archivieren zu können.
Nebeneffekte werden auch für die Umwelterziehung und -kommunikation gesehen, da mit der Vorstellung eines Gesamtzusammenhanges für Multidisziplinen, wie die …kologie, auch ein anderes Verstehen und damit die Entwicklung eines erweiterten Bewusstseins für Zusammenhänge, Prozesse und Strukturen notwendig wird.

Der Hyperlink ECO-CUBE wurde als "Zauberwürfel" oder "Blackbox Natur" für das Bundeskanzleramt in Bonn entwickelt. Er gehört zu den Exponaten der GLOBAL CHANGE Wanderausstellung; seine Achsen beschreiben die Dimensionen der Multidisziplin …kologie. Als "Harmonisierungs-Werkzeug" ist er für die Forschungskoordination, Umweltmanagementaufgaben und als Zugriffschlüssel für das Design internationaler multi-lingualer Repositories im Gespräch.
Der Hyperlink ECO-CUBE ist ein - wenn auch fiktives Abbild - komplexer ökologischer Beziehungen, das die Wahrnehmung üben und damit für die Bewusstseinsentwicklung und Erziehung von Bedeutung sein kann.

Zukunftsperspektiven entwerfen hieß auf dieser Konferenz, übergreifende und auch zum Teil tabuisierte Fragen zu stellen. Fragen nach evolutionären Grenzen für die Menschheit. Kann der Mensch durch eine 'Open Society' mit freier Kommunikation auf einen notwendigen Entwicklungssprung vorbereitet werden, oder fällt er durch Chaos und Aggression zurück? Welche Auswirkungen und Vorteile werden neuronale Netze für die Entwicklung eines 'Global Brain' haben und wie wird die Entwicklung einer 'Globalen Ethik' damit einhergehen?

Grundlegende Fragen, auf die immer wieder mit den Kernbegriffen Wahrnehmung und Bewu§tsein geantwortet wurde. Doch wie kann die Gestalt einer noch nicht ausgeformten Weltkultur und Weltgemeinschaft wahrgenommen werden?
Der Zukunftsforscher Robert Jungk hat übrigens angeregt, den "Zauberwürfel" mit Kindern weiterzuentwickeln. Dahinter steht eine tiefe Logik. Die Resonanz bei den Kindern im parallel zur Konferenz stattfindenden Kommunikations-Camp wie auch in ihren "Knowledge Spiral" Magazinen war ermutigend.
(spŠterer Einschub: ;Mit dem Leiter der Robert Jungk Walter Spielmann von der "Zukunfts"Bibliothek wurde spŠter diese Zusammenfassung erstellt

Schlagartig abstrakte Dimensionen in einem Bild überblicken, Themen unterschiedlich zu verkörpern und zu verorten.
Das schnelle und zielsichere Erkennen und Zugreifen auf komplexe, vielschichtige ZusammenhŠnge wird durch die optische Gliederung in ein Gitternetz vereinfacht. Einfache Rastersysteme, um Informationen schnell einordnen und erkennen zu kšnnen, finden sich in vielen Anwendungen.
Die Ekistiker (vgl. gr. 'oikos'/…kologie) fassen mit einer tief gegliederten Einteilung alle planungsrelevanten Momente in ein System. Im Magazin der Ekistiker kann man zum Beispiel "auf einen Blick" ein Thema erfassen; also nicht durch LeseneinesTitels oder Abstracts, sondern durch "Scannen" mit Daumen und Augenschein unter Ausnutzung der visuellen und kognitiven FŠhigkeiten des Augenmenschen. Die "Trefferquote" ist sehr gut, sobald man sich mit dem Gitter vertraut gemacht hat.
 


Die Achsen entsprechen denen der Multi-Disziplin Ökologie und ind er Grundfläche denen der Ekistiker. Sie erlauben Einordnungen nach der Größe (lage), Sektoren oder Fachdisziplinen und Zeitpunkt/-raum. ((NOTIZ 2005: die Fig 2 wurde im Newsletter, die Fig. 3 im Sonderdruck verwendet, Figure 1 gibt die Zentralen Dimensionen FÄCHER; GRÖSSEN; ZEITEN wieder - die Linen sind keine Grenzen, sie sind virtuelle Hilfslinien !! (s.a. GI-IFIP von 1994), Knowmap von 2001, Raum oder Leere (UN - Jahr der Berge, Postmaterialismus, die Natur 2003, und 2005: Hagia Chora ))

Wichtig sind für die Indexierung die Räumlichkeit und die Nachbarschaftsbezüge.

Eine Vorstellung von Veränderung ist von großer Bedeutung, Dabei ist es unerheblich, ob ein Vorgang den Zeithorizont eines Schmetterlings umfaßt oder es sich um epochale planetare Veränderungen handelt Wichtig ist die Vernetzung und die Verknüpfung der Prozesse und die Darstellung in einem konsistenten und vollständigen Beziehungsbild.

Durch eine flexible Zeitskala können erdgeschichtliche Zeiträume, aber auch Episoden für den Menschen, in das Bezugssystem integriert werden. Da Erfahrungen nur begrenzt übertragen werden können, besteht die Hoffnung, durch Strukturvergleich, unabhängig vom Aspekt und Skalenbereich, gleichgelagerte oder ähnliche Strukturen oder Anforderungen erkennen zu können.

Kern des Systemvorschlags des ECO-CUBE ist es, diese eindrucksvollen Ergebnisse, gestützt durch Computergraphik und fortgeschrittene Retrieval- und Archivierungstechniken, noch effektiver für komplexe Anwendungen nutzbar zu machen und die menschlichen optischen Fähigkeiten einzusetzen und zu trainieren.
(nachtrŠglich vom Autor hinzugefŸgt Siehe hierzu: "Words in Space", Wolf / Judge / Benking und INTEGRALE AGENDA

Vorstellungswelten vereinen

Der Mensch denkt und lebt in der Regel in seiner lokalen räumlichen Erfahrungswelt. Er speichert Bilder von Objekten, Folgen von zeitlich überschaubaren VerŠnderungen und reduziert diese auf elementare handlungsrelevante Aspekte. Die Selektion, Reduktion und Abstraktion funktioniert in der Regel ganz gut, während der Schritt in andere, nicht mehr direkt erfahrbare Dimensionen gro§e Schwierigkeiten bereitet.
Umweltmanagement erfordert Ordnungssysteme, Einsicht ins Detail und Überblick, verbunden mit einer hohen Sensitivität für die Einflussgrößen. Das sich daraus entwickelnde Bewusstsein benötigt einen Rahmen und Hilfen in Form von Metaphern und Bildern, um auch fremde Erkenntnisse einbeziehen zu können.
Somit läßt sich jedes naturräumliche Objekt oder Phänomen sinnvoll ein- und zuordnen. Der nächste Schritt besteht darin, diese Datensammlungen an Koordinaten festzumachen. Diese Zuordnung für Werte stellt kein Problem dar. Neu ist die Verknüpfung (Hyperlinks) von verschieden Nomenklaturen. Es besteht die Hoffnung, so komplexe Ursache- und Wirkungsbeziehungen in ihren ökologischen Dimensionen abbilden zu können.
Das vorgestellte Konzept geht natürlich weit über die Funktionalität einer Key-word Recherche hinaus und erfordert nicht nur die Einbeziehung von Entwicklungen im Bereich der Abfragesysteme und Repositories. Kooperationen bieten wertvolle Anregungen und neue Anknüpfungspunkte zur Umsetzung erarbeiteter Technologien in vielen neuen Bereichen, wie zum Beispiel für den Einsatzdes FAW-Tools HyperIBIS, das die Ablage von Diskursen ermöglicht.
Weitere Informationen erscheinen als Faltblatt und FAW Technischer Bericht: Visual Access Strategies for Multi-Dimensional Objects'  Ende 1993. [heiner benking]


Sonderdruck von 1/1993 siehe auch die Colour Version die die Grafiken im WhiteBox mode darstellt ! Siehe Systembegriffe

Hier einige weitere damals leider nicht in allen Newsletter-Versionen gedruckte Beispiele:

zusätzliche Textbox:

Die Ein- und Zuordnung von Inhalten erzeugt neue Bilder und erlaubt neue Einsichten. So entstehen automatisch oder kreativ/spielerisch neue fiktive "Landschaften". Ein chinesisches Sprichwort lautet: jedes neue Bild erzählt 10 000 Worte - 10 000 Meilen entsprechen dem Inhalt von 10 000 Büchern! Das Konzept von "viel" ist auch bei maßstabsloser Betrachtung zu hinterfragen, denn auch bei verändertem Maßstab und Standpunkt stellen sich auf jeder Ebene neue Zusammenhänge und Konsequenzen ein. Kontextwissen, die Lokalfaktoren und eine Betrachtung mit andere Perspektive erleichtern nicht nur das Verstehen sondern gerade auch den Zugang und die Kommunikation.

Eine Darstellung hilft komplexe und dynamische Zusammenhänge "schlagartig" bildhaft, somit intuitiv und katalytische zu erfassen und somit Schritte in Richtung auf ein besseres, aber weiterhin für den Menschen begrenztes Verständnis natürlicher Phänomene. Visualisierung erlaubt eine für den Menschennachvollziehbare Vernetzung von Inhalten und die Entwicklung eines "Gefühls" für Größenordnungen; Zusammenhänge und Konsequenzen.

weiteres findet sich im FAW Report TR-93019 oder auf dieser Website des Ceptual Institute


Nachwort 2001
solch ein "Newsletter" kann natŸrlich nur informieren und bestenfalls interesse wecken. Sie sind eingeladen folgende "links" zu verfolgen:
Blackbox Natur - ZauberwŸrfeld er …kologei  in "DAS SYSTEM ERDE" in "GLOBAL CHANGE - WELT IM WANDEL", Bonn 1990
Leitziel: InterdisziplinŠre Umweltwissenschaft - Prinzip Verantwortung - Wege zu einer integralen Umweitwissenschaft - Symposium in memoriam Hans Jonas. 1993
Integration - Segregation - Fragen - Antworten - Material 1993
Ohne Zusammenhang kein Zusammenhalt, In: "Kultur der Verweigerung" - Das konstruktive Nein, Wien 2000
Durch die Sinne zum Sinn - Von Kultur zu Cyberculture? Forum: IM GEIST DER FREIHEIT - Schule im 21. Jahrhundert, Berlin 1999
Neues und Altes Lernen, Entwurf fŸr "ZukŸnfte" 1999
Zetetic Spaces - Individuell Wissen oder Gemeinsam Zurechtfinden? Ideenwettbewerb Individuell Wissen oder Gemeinsam Zurechtfinden? zur Virtuellen und Erweiterten RealitŠt 2000
Wissen oder Zurechtfinden?  ad-hoc Papier zur Bšll - Humboldt UniversitŠts Veranstaltung "GUT ZU WISSEN" 2001
Show or Schau? in POLITICS and THE LIFE SCIENCES, 2001

WHOLENESS -  GANZHEITS SEMINAR der ISSS


NACHWORT 2005

Nach all den Überlebens - "Survival" Reports von 1996-99 - mit all den ups and downs - bleibt einem entgweder nur noch die Sprachlosigkeit - wieso der Zauberwürfel unbedingt ECO-CUBE heissen musste - und was eigentlich passiert ist - verhindert wurde. Trotz aller Techischer Reports und trotz aller Arbeit für den CLUB OF BUDAPEST.

Empfehlen möchte ich zum 15jährigen des "Würfels":

* Die EINTRÄGE in der ENCYCLOPEDIA for SYSTEMS and CYBERBNETICS: http://benking.de/systems/encyclopedia/newterms/

* KULTURELL KREATIVE, ein "breitere Features" erschienen: http://benking.de/HAGIA_CHORA-KulturellKreativ_21.pdf

* WELTBILDER - WELTHÄUSER aus einer Serie des Pasagen Verlages zum Post-Materialismus sein: http://benking.de/skizzen-2003.htm

* Input zum Weltgipfel Informationsgesellschaft für die ICSU - CODATA in 2 Seminaren in 9/2005 und wie sie in direkter logischer Folge für weitere CODATA Jahreskonferenzen 1992 und 1994 stehen: http://benking.de/systems/codata/

* Wie das COGNITIVE PANORAMA inzwischen Eingang in die Litaratur und Praxis findet: http://benking.de/new-work/kognitives-panorama-newwork.htm

weiteres findet sich auf dieser "Materialienliste" im Rahmen einer Dozentenfortbildung für die Bundeszentrale für politische Bildung: http://benking.de/education/bpb-links.htm