Zum 14. Todestag von Robert Jungk (14. Juli 1994) :

Revisiting Robert Jungks Buch von 1990:                                 see also: http://quergeist.info/bob-revisited/

 

Zukunft zwischen Angst und Hoffnung

Ein Plädoyer für die politische Phantasie

 

14. Juli 2008

 

Warum dieser verspätete Nachruf?

Das Buch: „Zukunft zwischen Angst und Hoffnung, Ein Plädoyer für die politische Phantasie“ erschien 1993 als profunde Zusammenfassung seiner Denke und Mache nach dem „Katalog der Hoffnung“ und „Delphinlösungen“, vor seiner Kandidatur für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten, und vor seiner Autobiographie "Trotzdem. Mein Leben für die Zukunft" 1993, vor seinem Schlaganfall kurz vor dem Kirchentag in München.

Der Autor „entdeckte“ erst vor 2 Wochen dieses Werk und war wie elektrisiert !

Bob hat vor 18 Jahren all die Fragen die den Autor seit Jahrzehnten beschäftigen und an deren Antworten er arbeitet, so profund und einsichtsvoll zusammengefasst, das der Autor jetzt im nachhinein nur noch einmal diese Fragen und Impulse aufgreifen kann und vielleicht zeigen kann welche Antworten möglich sind !

Erst jetzt erkennt der Autor in Dankbarkeit warum Bob angesichts der ihm vorgestellten Arbeiten dem Autor viel Türen aufgemacht hat, ungemein wichtige Kontakte und Einladungen, um den damaligen Weg zu ebnen und vielleicht zu verbreitern !

Der Autor möchte auf „Funken der Hoffnung und Aktion“ und eine Reihe von Publikationen hinweisen und den Diskurs anregen zu die Fragen die Bob stellte, die aber wie es scheint wie im Orkus einfach verschluckt wurden, neu auf den Tisch zu bringen UND an alternativen Lösungen gemeinsam co-kreativ und kollaborativ weiterzuarbeiten – Dies erscheint dringlicher denn je, denn wie Robert Jungk zeigt, die Probleme wachsen durch die neuen Medien und die Globalisierung von Technik und Ignoranz. Dabei will ich versuchen solche Schätze wie Bobs Gedanken nicht in einem Buch zu „verstecken“ sondern durch interaktiven Kommunikationsformen und Foren auch international bekannt und sie aufzugreifen und in die Diskussion zu bringen.

Ich frage mich was Bob für einen Einfluss gehabt haben könnte wenn er die Mittel gehabt hätte wie wir heute Recherchieren und Publizieren können. – Wir erinnern: „Wo Gefahr wächst…..“

Ich werde also diesen Text, Diskussionen und Materialien frei verfügbar machen. Im Internet auf www.quergeist.net/Robert_Jungk oder http://www.benking.de/futures/NeueEncyclopaedisten.htm  in einem Diskussion Forum wie Open-Theory http://www.opentheory.org/  und natürlich in meinem Blog und auf Listen diskutieren lassen.

 

 

Funken der Hoffnung und Aktion (2):

Ein erneutes Plädoyer für politische und menschliche Phantasie

von Heiner Benking

 

Kontext:

Funken der Hoffnung und Aktion (1) schrieb ich über Nacht als für den Evangelsichen Kirchentag 1993 in München Bob plötzlich ausgefallen war und viel Vorarbeit und Perspektiven unsicher erschienen. http://benking.de/jungk-kirchentag1993.html

 

  

Ich kann erst heute durch sein Buch: „Zukunft zwischen Angst und Hoffnung, Ein Plädoyer für die politische Phantasie“ erkennen das wir an derselben Baustelle arbeiteten.

Damals ging es um Schöpfung, Verantwortung, Wahlkampf – das Bob sich aber so tief mit Wissen und den Herausforderungen der neuen Medien beschäftigt hatte war mir unbekannt.

Ich war begeistert von seinen Fragen, Einsichten und konkreten Hinweisen, sah ihn in den Kreisen der Politik und Zivilgesellschaft, aber nicht befasst mit alten und neuen Enzyclopaedien, der Manipulation und Abstumpfung wie sie uns die neuen Medien bescheren.

Meine Zeit mit ihm war immer kostbar. Ich hatte in meines Vaters Bücherschrank „Heller als“ und „Strahlen aus“ gelesen und wollte ihm unbedingt zeigen was und wie wir „Herausforderungen and Wissenschaft und Politik“ verstanden – in der Welt-im Wandel - Global Change Wanderausstellung – doch die Türen waren bei vielfachen Anläufen immer verschlossen. Ich trieb mich also in seine Zukunftsbibliothek rum und so traf ich Ihn dann „zufällig“ im Flur auf dem Weg zu seinem Refugium – seiner Studierstube unterm Dach.

 

Warum Neue Encyklopedisten ?

Gedanken und Zusammenfassungen zu Robert Jungks 6 Seiter (Seite 287-292)

 

Denis Diderot:

 

Doch es ging es den Enzyklopaedisten um mehr:

 

D’Alembert (Einleitung zum vierbändigen Discours):

 

Ziel:

 

Im Rückblick:

„Verkettung des Wisens nicht gelöst“ – Erfüllung steht noch aus –

heute noch schwieriger - zugleich wieviel notwendiger !

Spezialisierung und Menge des Wissens haben inzwischen unvorstellbar zugenommen, zudem ist das  Neben, Gegen-, und Durcheinander von Einsichten die ihr Handeln auf Basis dieser schmalen, einander wiedersprechenden Grundlagen herleiten ein Anlass ernster Krisen geworden !!    

 

 

Gesucht:

Enzyklopaedische Geister !

Weniger denn je besteht Hoffnung diese heranzubilden wenn wir „enzyklopeadisch „ als Mengenmaß definieren. Denn wie könnten einzelne die ständig wachsende Flut der Informationen bewältigen?

 

Bisher vergebliche Versuche: Bessere Klassifikationen, Technologie für mechanisches schnelles Auffinden – dies weist Wege durch Datenhorte und Informationslabyrinthe

DOCH: Verkettung und Verschmelzung sind so nicht möglich.

DAZU BEDARF ES: Einer Werkstatt der, für eine kritischen und entwerfenden Phantasie des Menschen.

 

Versuche der Verzweigung und Vermehrung des Wissens

Siehe Hum Info Ges

durch interdisziplinäre Teamarbeit entgegenzukommen nur selten und begrenzt erfolgreich. Man meint zu sprechen – doch verschiedene Denkmuster und Sprachformen trennen.

 

DERZEIT RESIGNATION

 

 

Lösungs-Ansätze und –Richtungen:

Warren Brodey, Neuropsychologe, auf der Rückseite schreiben und suchen !

Von faszinierender und angstmachender Faszination abwenden, den zuwenden die sich bedroht fühlen: die Menschen !!

Alte Frage: sind menschliche Fähigkeiten nicht zu gering? um gewachsen zu sein??

Stattdessen umgedreht fragen: Alleinstellungsmerkmal: was bringt der Mensch an besonderen Fähigkeiten mit  - nur er – um:

 

Mensch als Nutzer oder Meister ??  neues Verständnis für die Rolle des Wissens.

Der autoritäre Anspruch au das Erfassen und die Kontrolle alles Gewußten ist aufzugeben. Abschied vo untauglichen Versuch die unerschöpfliche Vielfalt der Wirklichkeit in Wort- und Bildsymbole zu pressen. Müssen zu eng und dürftig sein.

 

Typisch für die bisherige Sichtweise ist die bisherige Enzyklopaedie alten Stils. Vielschichtige Tatbestände werden auseinandergerissen um sie nach Kategorein und Stichwortern neu zu ordnen. Vereint nicht wie d’Alembert gefordert hat – sondern trennt.

Das Komplexe vereinfacth sie, das Lebendige tötet sie ab, das Fliessende wird zu erstarren gebracht.

 

Aus Fülle wird Verarmung, aus sich ergänzemdem Wiederspruch harter Konfrontation.  Divide et Impera.

Jeder Leser des scheinbar beherrschen Wissens soll sich als Herrscher über das Wissen der Welt wähnen….

 

Die Enzyklopaedien des 18. Jahrhundert haben die Zerstückelung der Wirklichkeit ernst genommen und befestigt – Naturwissenschaften lieferten die Arbeitshypothesen.

Spiegelten die Trennung, vertieften sie.  Wissen wurde Spezisalwissen, enzklopaedisches Wissen wurde (verkam) zu sehr viel Spezialwissen !!  

siehe:   WISDOM OF CROWDS  ****

 

Ganze Generationen haben ein mit Sezierstücken möbliertes angefülltes Info-Universum eingeredet und eingebleut ??  bekommen. Die Anatomen dieser zerschnittenen, in tausende Proben und Präparte zerfallene Weltleiche und waren auch noch stolz darauf das jede nur ein Organ oder Fetzchen genau kannte. Nur solche Beschränktheit wird als „wissenschaftlichkeit“ angesehen.

 

Solch eine automistische Welt der Spezialisten muss wieder zusmmenwachsen, Persönlichkeiten werden gebraucht die hinter dem Zerrissenen etwas Zusammenhängendes vermuten und danach suchen. Gestörte Verbindungen sind wiederherzustellen, Zerrissene Netze geören neu geknüpft, getrenntes muss zusammengeführt, unübersichtlich verstreutes wieder übersehbar gemacht.

Noch gibt es wenige dieser neuen „Enzyklopaedisten“ – sie werden entscheident dazu beitragen das wir überleben eine Zukunft haben.

 

Siehe hier System- und Terminologieforschung Ansätze und Beiträge: http://benking.de/systems/

 

 

Aber auch die Zusammenfassung für das Hans Jonas Symposium „in memoriam“:  

Problem-Hintergrund  aus:

Benking/Schwitte: Prinzip Verantwortung - Wege zu einer integralen Umweltwissenschaft, Symposium in memoriam Hans Jonas,  http://benking.de/jonas-1993.html

Hintergrund ist ein weitverbreitetes Konglomerat aus Dissens und Orientierungslosigkeit, was sich insbesondere in ökologischen Kontroversen zeigte und zeigt:

und Consultative: (moderationsverfahren – mediations kochbuch) das wir seit ende der 80iger entwickelt hatten, sie Lenkungskreis.

http://www.consultative.de/   http://benking.de/consultative-lenkungskreis.htm

 

Und was dann für Graz 1993  neben anderen Verfahren zusammengestellt wurde. Walter Sielmann war damals sehr dankbar und meinte das der Robert sich sehr darüber gefreut hätte (Bob lag damals leider im Koma. (Koma als Thema und Herausfoderung hat mich seit dem nicht mehr losgelassen, sie Intensivstation Open-Space: http://www.open-forum.de/traumland-dialog.html

 

Dies sind alles Projekte, wie auch die „Welt-im-Wandel: Herausforderungen an Wissenschaft und Politik“ Doku die ich Bob übergeben konnte: http://benking.de/Global-Change/system-earth-posters.html

 

 

 

 

 

Neben den Neuen Enzyklopedisten das Buch hat zwei weitere Teile die mich gefesselt haben:

 

 

Das Vorwort und Bobs Hintegründe und Motivation für:  „mehr Phantasie – gegen die Angst“ wird wämstens emfohlen – ich hätte es mal früher lesen sollen !!

Das Kapitel: „Die Entwicklung der Wissenschaft“ aber hat es wirklich „in sich“. Seine Fragen und Trends – und mögliche Antworten und Lösungen für gestern-heute-morgen sollten mal gesammelt und ausprobiert werden.

 

Hier seine zentralen sechs  Trends von 1988: (Seite 310-316)

1) Von der Enge zur Weite, 2) Von der Abstraktion zur Realität, 3) Von der Elitewissenschaft zur bürgernahen Wissenschaft, 4) Von der Anpassung zum Wiederstand, 5) Von der Geheimhaltung zur Offenheit, 6) vom Dogma zum Pluralismus.

 

Ein Rückblick auf die Entwicklung seiner sechs Trends über 20 Jahre ist es sicher allemal wert…

Sein Katalog der Hoffnung, die Global Ideas Bank, und die Delphin Lösungen liefern sicher Impulse – doch ich denke es ist wie beim Eisberg – der Hauptteil ist nicht sichtbar und muss sich Schritt für Schritt erarbeitet werden. Ich fange mal an !

 

 

 

Steinbruch – Baustelle: (siehe Links „Jungk Benking“): http://www.google.de/search?q=%22robert+jungk%22+%22heiner+benking%22&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a