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Wege zu einer integralen Umweltwissenschaft
Symposium in memoriam Hans Jonas
der Evangelischen Akademie Hofgeismar in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg 04.-06.06.93 im Schlößchen Schönburg, Hofgeismar |
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| Leitziel:
Interdisziplinäre Umweltwissenschaft |
vorgelegt von: Heiner Benking, Dr. Josef Schwitte |
Inhalt / Gliederung:
1 Einführung
2. Das Problem: Der Verstoß der derzeitigen Wissenschaft gegen das "Prinzip Verantwortung
3. Beispielhafte Lösungs-Ansätze und Konzepte
3.1. Encyclopedia of World Problems and Human Potential
3.2. ÖKOLOGIE- Dimensionen
3.3. Ein interdisziplinäres Konzept
3.4 Der Faktor Mensch in der Umweltforschung (Human Dimensions)
Problem Hintergrund
| Verantwortung
Die Verantwortung geht in das Zentrum der
Ethik
|
Objekive Erkenntnis
Am Anfang objektiver Erkenntnis steht also nicht immer ein Experiment, sondern eine Beobachtung und der Entwurf eines ganzheitlichen Bildes, in dem alles vorhandene Wissen und alle Beobachtungen integriert sind. Karl Popper |
1 . Einführung
Die Wissenschaft hat in den letzten 20 Jahren Einsichten über die Lebensfähigkeit von Systemen gewonnen. In größeren Systemen stehen Ernten oder Entnahmen und Verfall im Gleichgewicht mit quantitativem Wachstum. Da aber immer auch Teilsysteme wegbrechen, obsolet werden, verschwinden oder altern, muß auch qualitativ Neues nachkommen. Da in nichtlinearen Systemen, also praktisch allen Systemen der menschlichen Welt und Umwelt, fallweise prinzipielle Unvorhersagbarkeit herrscht, kann das Überleben nicht allein auf rationale Analyse mit kausaler Logik von Ursache und Wirkung und resultierender Vorhersage abgestützt werden. Vielmehr muß es vielfältige weitere Konzepte zur Überlebenssicherung geben. Die partielle Unbestimmtheit der weiteren Entwicklung ist aber gerade die Voraussetzung, damit qualitativ Neues entstehen kann, also Überleben möglich ist. Wesentliche Quellen des Neuen sind das Spielen, die Irrationalität (die die Optionsbreite deutlich über das ausweitet, was der Rationalität zugänglich wäre) oder die Intuition. Eine wesentliches Erkennungswerkzeug für das Verhalten in einer rational nur eingeschränkt vorhersehbaren Weit ist auch die Ästhetik, die G. Picht und C.F. von Weizsäcker als Frühwarnsystem für inhärente Gefahren ansehen. Weitergehend zeigt die Wissenschaft gerade, daß die Systemquellen von neuem Verhalten, die "strange attractors", fraktal gestaltet sind, und daß fast jede Kunst fraktal ist. Die Wissenschaft, zutiefst beschränkt und doch bisher in ihrem Potential nur zum, Teil ausgenutzt, entwirft also jetzt ein Weltbild, in dem die sonstigen Fähigkeiten von Mensch und Natur, wie z.B. die "Kreativität von Mensch und Natur" (Gerd Binnig) eine ganz neue, wichtige Rolle spielen, die die Wissenschaft nicht einnehmen kann. Herkömmliche Wissenschaft ist um systematische Erforschung dieser neuen Bereiche, aber auch Berücksichtigung dieser neuen Einsichten bei der menschlichen Lebensgestaltung zu erweitern. Wissenschaft, die dieser neuen Herausforderung nicht gerecht wird, verstößt zutiefst gegen ihre Verantwortungspflicht (1), (2).
(1) Wissenschaftliche, technische und
Erziehungsaufgaben
der Institutionen, Grossmann W.D., VDI Expertentreffen,
Düsseldorf,
März 1993
(2) Socio-economic ecological models: predictions and
reality, necessities and state of the
art: Grossmann, W.D.: Key-note, Isem Konferenz, Kiel 1992
2. Das Problem:
Der -Verstoß der derzeitigen Wissenschaft gegen das "Prinzip Verantwortung"
Das Prinzip Verantwortung setzt nicht erst ein bei der Anwendung von Wissenschaft, sondern bereits bei der Gewinnung von Erkenntnissen (Ansatz also nicht erst bei der "angewandten" sondern bereits bei der "reinen" Wissenschaft bzw. der Grundlagenforschung.) Dabei bezieht sich die Verantwortung der Wissenschaft auf Erkenntnis im breitesten Sinn. Hier werden nur zwei Aspekte dargestellt:
Erkenntnis verstößt der derzeitige Wissenschaftsbetrieb, was sich komprimiert und pointiert folgendermaßen darlegen läßt:
Epipherma:
Müsset in Narturbetrachtung
immer eins wie alles achten,
nichts ist innen nichts ist außen ......
J. W. Goethe
3. Beispielhafte Lösungs-Ansätze und Konzepte für
lnterdiszipllnäre Umwelt-Wissenschaft
3.1. Encyclopedia of World Problems and Human Potential
Die Enzyklopedie ist eine faszinierende, auf interdisziplinäre Betrachtung hin konzipierte Zusammenstellung von mehr als 10.000 Weitproblemen und Lösungsvorschlägen. Sie zeigt Ansätze um der Zersplitterung des Wissens durch neue Methoden wie Systemanalyse, Netzwerke, Interdisziplinarität, Multidimensionalität und "globales denken" und "integrative Konzepte" entgegenzuwirken. Auf eine sachliche und kreative Weise werden globale Probleme und das Potential des Menschen dokumentiert und abruf- und nachvollziehbar dokumentiert.
Die Einträge geben auf 2140 Seiten mit 20.958 Stichwörtern und 114.000 Querverweisen eine umfassende Aufstellung alternativer Verständnismodelle, was die Verknüpfung von globalen Problemen, Organisationen, Konzepten und Entwicklungen angeht.
Der 2. Band "Human Potential" gliedert sich in die Bereiche "Human Development", "Integrative Knowledge", Metaphors and Patterns", "Transformative Approaches" and "Human Values and Wisdom". Da menschliche Werte als treibende Kraft hinter jeder Form individueller und kultureller Entwicklung stehen, geht es im Hintergrund jeder Diskussion auch um Werte.
In Kapiteln über bereichsübergreifende politischer Konzepte, die in der inhaltlichen Struktur dem klassischen chinesischen "Buch des Wandels" folgen, geht es um lebenswichtige menschliche Fähigkeiten. Fähigkeiten von einem Zustand in einen anderen überzugehen, um eine natürliche menschliche Entwicklung zu garantieren und die geistige Flexibilität auszubilden, auf eine ständig im Wandel begriffene Umwelt zu reagieren. -Menschliche Werte, konstruktive und destruktive, als treibende Kraft hinter jeder Form von individueller und kultureller J Entwicklung, finden sich in- weiteren 2270 Stichwörtern. - Eine Elektronische Rec~erchemöglichkeit und Versionen in anderen Landessprachen sind geplant / in Vorbereitung.
Mit-Initiiert von Professor Robert Jungk, handelt es sich um eine Pionierleistung der Union of International Associations (UIA) und eine Grundlage für qualitative Erkenntnisse und Hilfestellung für Problembewältigungen.
Die grundlegenden Arbeiten sind seit langem erfolgt (3). Neue
Werkzeuge
erlauben es heute daran anzuknüpfen (4), (14).
3.2. ÖKOLOGIE- Dimensionen
mit Relevanz für Ausbildung und gesellschaftliche Umsetzung (5):
(3) Toward a Concept
Inventory: Anthony
J. N. Judge, COCTA - Committtee on Conceptual and Terminological
Analysis,
Montreal, August 1973 - International Political
Science Association, Union of International Associations, Brussels, May
1973
(4) GeoJournal 26.3,
323-334, (1992) "ACCESS and ASSIMILATION -
Pivotal
Environmental Inforarrition
Challenges"; s.a. GeoJournal 23.3,
249-255 (1991) 'Harmonization of Environmental
Measurement";
s.a. Bridges and a Masterplan for Islands of Data in a Labyrinth of
Environmental
and Economic Information, ICSU (International Council of Scientific
Unions)
- CODATA, Beijing, October 1992 (in
Vorbereitung).
(5) Enhancing the Credibility
of
Ecology. Interaction along and across Hierarchical Scales: di Castri,
F;
Hadley, M.; GeoJournal- Trilogy (1988), 17.1.
3-35,
(6) Wege zum
ökologisch-ökonomischen
Umbau: Wie kann ein Informationssystem zur Realisierung und Kontrolle
des
ökonomisch-ökologischen Umbaus in Europa durchgesetzt werden?
Expertentreffen der ASZE - Akademie für Sicherheit und
Zusammenarbeit
in Europa, Mai 1993
Es geht darum, wieder ein Gefühl für Zusammenhänge zu vermitteln. Imagination und Intuition sind standort- und perspektivabhängig und es gilt realitätsnahe Bezüge herzustellen und Symmetrien und Ähnlichkeiten quasi spielerisch zu erfahren. Denk- und Realitätsstrukturen mit mikro- und makro-perspektivische Kompetenz sind abzugleichen. Dazu bedarf es einer Intuition, die sowohl "schlagartiges Erfassen" eines Gegenstandes im Ganzen, als auch Erkenntnis in Teilschritten und im Detail, als bewußte und unterbewußte Prozesse, beinhaltet - Diese Forderungen nach Überblick und Detailberücksichtigung überfordern nicht nur von der Dimension und Qualität her jedes Individuum. Um zumindest die Verständigung zu verbessern, können Denkhilfen und Strukturen entwickelt werden. Das Verständnis kann wachsen, wenn der Zusammenhang nicht frühzeitig ausgegrenzt wird und frühzeitig universaleres Denken geübt und vorgelebt wird.
Einzelne, Querdenker und Spezialisten müssen sich finden und
zumindest
grob und flach strukturierte, gemeinsame Begriffswelten nutzen. Neben
diesen
"Querdenkern" / (T-Persönlichkeiten (7)) bedarf es zusätzlich
informationstechnologisch vernetzter Köpfe/Schnittstellen und
fehlertoleranter
Austausch-Vereinbarungen um durch eine optimale
Ergänzung der Ressourcen gemeinsam weiterzukommen. Also keine
weitere Intelligenz, sondern verläßliche
Schnittstellenfunktionen!
Nur auf solch einer Basis kann ein Austausch und eine Übertragung
von Wissen und praktischen Erfahrungen auf breiterer, wenn nicht
globaler
Ebene, stattfinden.
Als Ordnungs- und Orientierungsrahmen wurden die Strukturen und Hilfsmittel der Encyclopedia for World Problems and Human Potential (8) siehe auch (9) und der "Zauberwürfel der Ökologie - Blackbox Natur" vorgeschlagen - siehe unten Abbildung und Original-Texte.
Der Würfel zeigt in der Draufsicht Bilder aus der
Nahbereichsphotographie
und der Fernerkundung, in der Seitenansicht eine Bewegtgrafik, deren
Motiv
aus der Welt der Viren und Zellen, aber auch ein Auge oder "Star Wars"
darstellen könnte. Das Exponat ist als Attraktor einer Ausstellung
in der Funktion eines Blickfangs; die Durchlicht-Großformatdias
sollen
auch ästhetisch wirken und es wurde deshalb, nicht nur aus Zeit-
oder
Kostengründen, mit erhältlichen und ansprechenden Bildern
gearbeitet.
Die Brücke zur Ästhetik erschien den Kompromiß wert.
(7) T- Persönlichkeiten: Konzept nach Professor
Dr.
Hans-Peter Dürr: Der Buchstabe "T" besteht aus einem senkrechten
Strich,
der das in die tiefe gehende Spezialwissen symbolisiert und einem
waagrechten
Strich, der die Breite des Allgemein-Wissens darstellt. Eine
T-Persönlichkeit
verfügt über beide Wissens-Arten und setzt ihr Spezialwissen
auch in anderen Bereichen ein.
NOTIZ: ***************
(8) Encyclopedia of World Problems and Human Potential,
3. Auflage (1993), K.G. Sauer Verlag, München, London, New York,
Paris
(9) Ende und Anfang - Perspektiven zur
Jahrtausendwende,
Zukunftswerstatt zur "Okostadt Graz", siehe hier Veranstaltung
"Hilfsmittel
und Werkzeuge" Akademie Graz, Graz September 1993
Blackbox Natur - Zauberwürfel der Ökologie
Ökologische Fragen weiden durch spielerische
Kombinationen
von photographisch gestalteten Themen verdeutlicht
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Status:
Stellt sich der Mensch den Herausforderungen durch die Natur, so ist
er gezwungen sich mit unbekannten Zusammenhängen und
Vielfältigkeiten
auseinanderzusetzen. Naturelemente oder Fachdisziplinen,
Größenordnung
und Veränderungsraten sind die Achsen des Würfels dessen
Flächen
und Inhalte spielerisch durch die Informationsverarbeitung kombiniert
werden
können. Veränderungen der Materie in Raum und Zeit lassen
sich
so durch beliebige Schnitte durch den Würfel besser darstellen und
erkennen Ziel ist die Verbesserung der Glaubhaftigkeit der
Multidisziplin
Ökologie.
Einzelne Bilder sind flach die Tiefgründigkeit räumlicher Struktur das Umfeld oder gar Bezüge sind so nicht zu vermitteln Auch ist die Qualität und Verlässlichkeit der Information abhängig von den gewählten Verfahren Medien und Blickwinkeln Augenmaß nimmt nur durch Erfahrung zu, Vergleichbarkeit ist nur anhand eines Maßstabs erreichbar.
Eine Perspektive:
Neue Verarbeitungs-, Visualisierungs- und Dokumentationsverfahren
erlauben
einen erweiterten auch synthetischen Durchblick oder Abriss von
Ursachen-
und Wirkungsgefügen. Dies geschieht durch Stützung und
Verbesserung
des Vor-stellungs- und Erkennungsvermögens des "Augenmenschen",
der
"Einblicke" sucht, um "Ausblicke" entwickeln und bewerten zu
können.
Moderne Verfahren erhöhen die Datenflut, erlauben aber auch eine
gezielte
und teilweise automatisierbare Erhebung,
Bearbeitung und Dokumentation. Es bleibt eine Fülle von nur durch
Augenschein erkennbaren Zusammenhängen, die kontrollierbare
Maßnahmen
oder bewusste Zurückhaltung angeraten sein lassen.
Hyper-Bilder, die durch die Dimensionstunabhängigkeit und einen
besseren Austausch über Begriffe, Methoden und Systeme hinweg
entstehen
erlauben ein Auswählen und somit neue Kenntnisse. Affe
Möglichkeiten
sollten wahrgenommen werden, auf einer breiteren Informationsgrundlage
und durch besseren Austausch gesicherter und nachvollziehbar zu deuten,
abzuwägen und zu handeln.
Die Realisation des Würfels wurde durch Ideelle oder materielle Unterstützung folgender Unternehmen und Institutionen ermöglicht: AGFA Leverkusen; CO-ART Kunst durch Kreativität, Hamburg; Redaktion GEO-Wissen, Hamburg: Labor Grieger Düsseldorf UNEP, HEM, München; CARL ZEISS, Oberkochen. Für weiteres Bildmaterial sei Mario KessIer Schondorf, der DLR, Köln/Oberpfaffenhofen. ESRI, Kranzberg; GEO-SYSTEMS. Germering; JRC lspra; TOPOGRAMM, Weilheim; UNIRAS, Düsseldorf, VTE, Herrsching sowie den Fotografen Dr. Jörg Janzen und Dr. Alfred Schinz; Georg Genier G + J Syndikation; Manfred Kage, Bruno uno, Heu Mario Markus S. C Müller, Th. Plessner MPI für Ernährungsphysiologie, Dortmund; Wolfgang Volz, Bilderberg herzlich gedankt. Quellen und Freigabehinweise einzelner Großdias dieser Collage gerne auf Anfrage. Im GEO-Wissen vom Mal 1990 Sonderheft Nr. 2, Chaos + Kreativität" sich weitere sehr gute Illustrationen zum Thema. - Idee und Realisation des Würfels: Heiner Benking
Würfelachsen
Ein Besuch der Wanderausstellung erscheint empfehlenswert. Da es aber
nicht sicher ist, ob der Würfel nach Hofgeismar mitgebracht werden
kann, soll eine kurze Beschreibung inkl. der Feldbezeichnungen hier
erfolgen:
Als Disziplinen in der Grundachse - Breite - finden wir Wissenschaften
also Fächer als Disziplinen, Natur-, Lebens-, Kultur-,
Gesellschafts-,
Wirtschaftswissenschaften, etc. soweit sie naturräumliche
Phänomene
auslösen oder beschreiben. Dies ist die schwierigste, weil nicht
quantifizierbare
Achse. (Der Trick hier zu codieren und zu klassifizieren und
Informationssysteme
sprachübergreifend Verbindungen herstellen zu lassen, ist der Kern
der systemtechnischen Unterstützung). Die - TIEFE - des
Würfels,
vom Mikro- zum Makrokosmos, symbolisiert die unterschiedlichen~
räumlichen
Größenordnungen, also von der Zelle bis zum Planeten; hier
aber
besser als Ebenen üblicher Kartenmaßstäbe vorzustellen.
Zur Hierarchisierung solcher Objektstrukturen und deren Wirkung auf,
und
Durchlässigkeit zu, anderen Ebenen siehe auch "Harmonisierung" und
Access and Assimilation" (4). Die - HÖHE - ist die Zeitachse des
Wüfe1s
(Vergangenheit-Zukunft), wobei das Jahr 0 unserer Zeitrechnung
vielleicht
in der Mitte anzunehmen wäre.
Diese Untergliederungen und das ganze Modell ist natürlich
bewußt
sehr grob (Überblickswisssen), kann aber beliebig verfeinert
werden.
Vorteilhaft ist die Möglichkeit informationstechnisch Begriffs-
und
Sprachweiten aufeinander wiederholbar abzubilden und verschiedene
Zugangsarten
zu entwickeln!, Das Problem lag in der Tiefe und im Wettstreit der
Begriffswelten
und Fürsprecher, keinesfalls in der Fähigkeit der
Computersoftware
zu vermitteln und auch nicht-lineare Bezüge herzustellen. Wie weit
fortgeschritten und zusammenhängend schon gearbeitet wurde zeigt
die
Enzyklopädie im Kapitel 3.1 und deren Konzepte (3).
Obige Hilfsmittel dienen der Orientierung, Recherche und einem
vereinfachten
Sichtweisen- und Standpunktwechsel. Da die Informationstechnologie nur
Wissensbasen und Arbeits-/Denkhilfen bereitstellen kann, ist es die einzuübende
Aufgabe
des Einzelnen all dies zu einem Bild zusammenzufügen. - Anhand des
Würfels sollen die Möglichkeiten und Chancen spielerischer
und
wissenschaftlicher Behandlung ökologischer Themen beleuchtet
werden.
Wie mikro- und makroperspektivisch Intuition und Binnen-Perspektiven
der
Wissenschaft gefördert und gepflegt werden können sind
zentrale
Fragen.
Ein besonderes Anliegen war auch für Professor Robert Jungk die
Ausbildung und Schule (9); der Entwurf einer
allgemeinverständlichen
Orientierung, einem vielleicht sogar dynamischen, ganzheitlichen Weltbild,
in das man sich hineinversetzen und teilhaben kann.
Zusätzlich
zur notwendigen späteren Spezialisierung sollte deshalb das Sehen
und Erfahren eines Gesamtzusammenhanges, der Größenordnungen,
der
Bezüge etc. nicht verschüttet, sondern so früh wie
möglich
trainiert werden. Laufende Projekte und Erfahrungen werden besprochen.
3.3. Ein interdisziplinäres Konzept
"ÖKOLOGIE - UMWELTSCHUTZ - ÜBERLEBENSKRISE" (11) ist ein
interdisziplinäres, curriculumähnliches Konzept, das in den
70er
Jahren aus der unmittelbaren Anschauung ökologischer
Kontroversen
heraus
entwickelt, in der Praxis erprobt und angewandt wurde. Es dient zur
Aus-
und
Fortbildung und enthält einen Satz von genau definierten
Haupt-Schwerpunkten
und Unterpunkten, die miteinander vernetzt sind (Motto: Wenn die
Realität
vernetzt ist, dann muß ein Bildungs-Konzept diesen
Venetzungs-Charakter
widerspiegeln). Zum Konzept gehören folgende Elemente: Inhaltliche
Grob- und Fein-Gliederung, eine graphische Darstellung des
Vernetzungs-Musters,
Lernziele, Medien , insbesondere eine Serie von ca. 500 Dias mit
komprimierten
Informationen (Tabellen, Diagramme, Bilder), schriftliche Unterlagen
als
Hilfsmittel für die Teilnehmer. Die Sozial- und Aktionsformen
waren,
je nach Interesse der Teilnehmer: Gespräche, Diskussionen,
Exkursionen
mit Ortsbesichtigungen, (Wochenend-)Seminare, Vorträge, Vortrags
Reihen
sowie Lehrveranstaltungen in Hochschulen und Universitäten.
Konkret
eingesetzt wurde dieses Konzept in folgenden Bereichen:
Bürgerinitiativen
und Umweltschutzgruppen, Träger der Jugend- und Erwachsenenbildung
(Volkshochschulen, Landeszentrale für Politische Bildung),
Lehreraus-
und -fortbildung, Arbeitsgemeinschaften an der Schule und insbesondere
fünf Jahre lang Vorlesungen und wissenschaftlichen lntensivkurse
an
der Universität Düsseldorf. In Ergänzung siehe auch (12)
zur "Umweltbezogenen Wissenschafts- und Forschungs-Koordinierung".
3.4 Der Faktor Mensch in der Umweltforschung (HUMAN DIMENSIONS)
Speziell auf globaler Ebene wird der Mensch vermehrt in Konzepte und Forschungsprogramme aufgenommen13,14. In diesem Rahmen ist Interdisziplinarität gefordert und Projekte können angegangen werden. Die Einbeziehung menschlicher Dimensionen und Belange findet also wieder vermehrt in die Weit der Wissenschaft Eingang und man wird sehen wie die Abklärungsprozesse ausgestaltet werden!
Man wird weiterhin nach "globalen Perspektiven" immer mehr das Detail, das Projekt vor Ort und die Entscheidung/Aktion des Einzelnen mit einbeziehen müssen um zu gesicherten Annahmen und Modellen zu kommen. Das Problem bleibt der "Überblick im Detail" (5), der Ordnungsrahmen (4),(16) und der Gestaltungswille (9),(10).
Fazit: Ökologische Interdisziplinärität ist möglich, man muß sie nur wollen!
11 ÖKOLOGIE - UMWELTSCHUTZ -
ÜBERLEBENSKRISE
/ Ein interdisziplinäres Konzept für einführende
Grundlagenvorträge,
fachliche Fortbildungsveranstaltungen, wissenschaftliche
Intensivkurse",
Josef Schwitte, Hamburg, 1991.
12 Umweltbezogene Wissenschafts- und
Forschungs-Koordinierung
- Eln Konzept-Entwurf-Schwitte, J.: Hamburg 1992
13 HDGC- Human Dimensions of Global Change. IFIAS,
UNESCO,
UNU, ISSC initiative, Tokyo 1988
14 A Framework for Research on the Human Dimensions of
Global Environmental Change. Jacobsen H.K., Price, W.F.; ISSC/UNESCO
(1990)
15 "Local and Global Change* - Forschungs- und
Koordinationsaufgaben
Internationaler Organisationen, Köln, Geotechnica 1991
16 (Proposal for) HEMIS- Design and Development Status
Report: Benking, R, Kampffrneyer, U.B.: UN-Environment Programme
(UNEP)-
Harmonization of Environmental Measurement (HEM)- office, c/o GSF,
Neuherberg
& ProjectConsult, Hamburg, July 1992
| The Intelligent Eye
Which came first, the eye or the brain? What use is an eye
without a
brain capable of using visible information?
Man muß die Dinge einfach machen,
|
Analyse und Synthese
Ein Jahrhundert, das sich bloß auf die Analyse
verlegt
(T- Persönlichkeit)
|
Hintergrund ist ein weitverbreitetes Konglomerat aus Dissens und Orientierungslosigkeit, was sich insbesondere in ökologischen Kontroversen zeigte und zeigt:
So umschreibt der Philosoph Hans Jonas, der Ende Januar 1993, kurz vor Vollendung seines 90. Lebensjahres in New Rochelle, New York, verstarb, im Vorwort zu seinem 1979 erschienenen Buch "Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation" das zentrale Problem unserer Zeit: Maßstäbe für ein zukunftsfähiges Zusammenleben der Menschen zu finden.
Hans Jonas entwickelt dabei eine (als Gegenstück zu dem von Bloch formuliertem Prinzip*Hoffnung die nichtutopische) Ethik der Verantwortung.
Im Rahmen dieses noch zu Lebzeiten von Hans Jonas mit ihm geplanten Symposions wollen wir dieser Ethik der Verantwortung nachgehen, nach den Grundlagen von verantwortlichem Leben, Arbeiten und Forschen auch im Sinne einer umfassenden Umweltwissenschaft fragen und überlegen, inwieweit sich Hans Jonas' jüdischer Glaube auf christliche Religiosität an diesem Punkt auswirkt und insbesondere Christen auf der Suche nach verantwortetem Leben den Weg weisen kann.
Die Tagung will dabei u. a. auch mit dem Leben und Wirken Hans
Jonas'
in Amerika bekannt machen und beleuchten, welche Auswirkungen die
Gedanken
dort im Hinblick auf Technologie und Ökologie haben.