| ENTWURF für Postmaterialismus 4:
Die Natur:
Skizzen für Weltbilder und Welthäuser
von 2002-2003 damaliger Untertitel:
Haus-Aufgaben
zum Thema Weltbetrachtung und Naturverständnis
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Skizzen für Weltbilder und Welthäuser
der Text erschien auch gekürzt und zurechtgeschnitten auf das Thema "Wirtschaft" im Passagen Verlag
als Band 4. Die Natur
Reihe Postmaterialismus, Seite 103-112
mit dem Untertitel: Methodische Voraussetzungen
für die Entwicklung eines postmaterialistischen Naturbegriffs....
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Skizzen für Weltbilder und Welthäuser-
Heiner
Benking
Eine
gemeinsame Hauswirtschaft
Ein
Grundrecht auf Information - aber auch auf Kontext
Ein
Raummodell für Ökonomie, Ökologie, und die Planungswissenschaften
-"Blackbox - Whitebox Nature? -
Kognitives Panorama - "Meta - Paradigma"
Auf
dem Weg zu neuen Karten und Modellen, aber auch neuen ?Wissensspeichern?
Ein
Haus ohne Wände - Ein Haus der Augen - Der Mensch ein ?Model- Making
Animal??
"Das Dorf ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält." Friedrich Hebbel
Goldene
Regeln, Moral und Gebote geben den Menschen Entscheidungshilfen, wie sie
sich in ihem Umfeld verhalten sollen. Dieses Verhaltensregelwerk reicht
aber nicht aus, da sich die Existenz- und Rahmenbedingungen über die
herkömmlichen Grenzen hinweg verändern, wir aber die Ursachen
und Wirkungen nicht als direkt und konkret erleben. Das Problem ist, daß
wir nicht angemessen reagieren auf alles, was auf anderen Ebenen stattfindet
und anderer Zeithorizonte einschließt, was erhebliche Auswirkungen
haben kann. Wir haben keine Sinne, keine Antennen für dieses ?ausserhalb?,
müssen uns deshalb vielleicht eine ?Krücke? (hier Hilfsraum)
statt der von Gregory Bateson geforderten Antennen für größere
Zeiträume anschaffen.
Dieser
Beitrag stellt einen ?Not-wendigen? gemeinsamen Ordnungsraum und Orientierungsrahmen
zur Diskussion. Es soll also nich um Weltbilder oder Weltanschauungen gehen,
sondern die Überlegung, ob wir nicht räumliche, anschauliche
Modelle entwickeln können, um darin Veränderungen darzustellen
zu können. Jugendliche haben beim Thema Denkmodelle von einem Welthaus
gesprochen, andere nanntes solch ein Denkmodell ein ?Haus der Augen?.
Solch ein Modell - sollen wir es post-materiell oder virtuellnennen
? - bringt uns gemeinsame Erfahrungen von Realitäten und Vorgängen
näher, die außerhalb des Meso-Kosmos unserer direkten Wahrnehmung,
jenseits des materiell Greifbaren und Anschaulichen liegen.
Angesichts
der Welt- und Werte-unordnung wird ökologische Bildung (Breß
1994), der Entwicklung von so etwas wie Umweltbewußtsein als eine
große Aufgabe und Herausforderung gesehen. Doch nach welchem gemeinsamen
Modell? Oben konnten wir mit auf den Körpermetaphern basierenden Redensarten
zeigen, daß wir mit unseren Vorstellungen ein Problem haben. Der
Problem- und Lösungsraum stimmen nicht überein. Wir sind in unserem
Denken und unserer Anschauung noch nicht beim ?wir? in einer globalen,
interkulturellen, multi-medialen und großenvon
Menschen gemachten Veränderungen unterworfenen Welt angekommen. Jeder,
so schreibt Arno Schmidt, ist in seiner ?geistigen Einzelhaft?. Große
Bilder und Visionen wie ?Gaia? als lebender Organismus-Planet oder die
ersten Satelliten Erdbilder, zeigten, dass es da noch andere Standpunkte
und auch globale Verletzlichkeiten und Schönheit gibt. Doch all dies
blieben und bleiben Worte und schöne Bilder. Weltraumbilder lassen
uns immer weniger staunen, rühren uns nur noch selten an. Gewöhnung
und Apathie setzen ein, Bild-Manipulation zerstören Vertrauen, kultivieren
unserer Unsicherheit und unseren Zweifel in das was wir wahrnehmen. In
diesem Beitrag werden wir zeigen, das es mehr als Bilder und Begriffe gibt,
und das diese nach der Zeichentheorie von C.S.Peirce durch ein Drittes
Zeichen, den Index, verbunden werden können.
Wir werden versuchen mit gemeinsamen Rahmensetzungen, Karten und gebauten,
konkreten
Modellen versuchen globale, ebenen- und sektorenübergreifende Problem-
und Lösungsräume zusammenzubringen, Grundstrukturen von Natur
und Welt etwas greifbarer und anschaulicher zu machen.
K. R. Popper
Wenn
wir uns die Herkunft der Begriffe von Ökonomie, Ökologie
und Ekistics
in Erinnerung rufen, stoßen wir auf eine sehr interessante gemeinsame
Metapher: dem Haus und oder dem Haushalt, aber auch auf die Siedlung. Mein
Ansatz und Vorschlag ist es, sich auch auf andere Metaphern und Modelle,
nicht mehr nur den kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den Körper zu
beziehen, sondern zusätzlich den Lebensraum, das Haus, das Dorf, ?,
das All einzubeziehen (Benking, Judge 1994). Gemeinsam ist der allen Menschen
bekannten strukturierbare und ?möblierbare? leere oder gefüllte
Raum. Nicht leere Wortbilder ohne Referent, also Plastikwörter, nach
Pörksen 1992), sondern gemeinsam nachvollziehbare, bekannte, von innen
und außen und rundherum erkundbare, verschiedene Modelle wollen wir
verwenden.
Als
Basis mag der leere oder gefüllte (möblierte, umbaute) Raum eines
Hauses und des Naturraums dienen, analog betrachten wir dann später
Wissens-/ Nichtwissens-Räume. Mit diesem Raum oder Haus als Denkrahmen
- denken sie bitte an ein Architektenmodell - wollen wir sehen worum es
bei unserem Thema: ?NATUR? geht. Dabei wollen wir uns folgende Fragen stellen:
Was gehört zum Thema Natur oder Welt dazu?, was können wir darüber
wissen? und was nicht?, was für Prozesse wirken wo?, mit welchem Zeithorizont?,
mit welchen Disziplinen bearbeiten wir welche Aspekte der Natur? und wie
hängen diese Fächer zusammen, ergänzen sie sich, oder konkurrieren
sie miteinander?
Das
sind viele Fragezeichen, aber in einer postmodernen Welt der Beliebigkeit
und Teilnahmslosigkeit, sollten VersucheDinge
und Themen zusammenzusehen nicht nur erlaubt sein, sondern auch gefördert
werden, sei es nur, damit Jugendliche und Schüler mit alten und neuen
offenen Fragen konfrontiert werden.
Um
sich überhaupt solchen Fragen und Problemen so konkret und anschaulich
wie möglich nähern zu können müssen wir folgende Kompromisse
eingehen: 1. Metaphern und Modell werden nur auf Überblicks- und Orientierungswissen
bezogen. Hier können ?im Groben? Zusammenhänge erkundet werden,
dies also unter Verzicht der Abbildung der Details und feinen Verschachtelungen,
2. das wir eine dingliche, leibliche, lebendige Sprache vorziehen, obwohl
wir auch an leibliche Ausdrucksmedien
denken. Ich denke an eine Sprache mit Denkfiguren, die einen konkreten,
allen bekannten Referenten haben und so direkt und leicht übertragen
und verstanden werden können, 3. Begriffen einen Bezugsgegenstand
(Referent) und eine Situation zuweisen können. Dieser Ort kann auch
als Muster
über viele Bereiche verteilt sein, soll zeigen, wo konkrete Bezüge
und Bedeutungsüberlagerungen oder ?überschneidungen sind.
Aus
der Geschichte der Wissensorganisation und der Bibliotheken kennen wir
die Denklehrräumen der Aufklärungspädagogik. Zentral ist
dort und in der Mnemotechiken ein ?loci? als Wissensort einer konstruierter
Raumvorstellungen. Hier findet also eine Verortung in neutralen Ordnungen
statt, in erlebten Erinnerungs-Landschaften, -Architekturen oder -Kathedralen,
die zu durchwandern und zu beleben eine eigenständige Kunst oder Fertigkeit
ist, die ars memoriae.
Was wir hier machen ist nichts mehr als künstliche Gebäude und
Landschaften zur Hilfe nehmen - was der Schauspieler schon immer macht,
wir aber - wie die Architekten - als reales oder virtuelles Modell
bauen um eine gemeinsame Erkenntnisbasis - auch nicht-materielle -zu
erweitern, mehr ?Platz? zu schaffen gerade zwischen den Karteien, Fächern
oder Kategorien. Wofür? Für Bibliotheken und Archiven einer neuen
Zeit.
The word or the language, written or spoken,
do
not seem to have any impact (role)
Scale
is more than size; it is size with proportions and consequences.
Für
die Teilnahme bei der Konzeption einer Ausstellung mit dem Titel: ?Welt
im Wandel - Herausforderungen an Wissenschaft und Politik? wurde der Autor
im Jahre 1989 hinzugerufen.
Nach endlosen Diskussionen welche Grunddimension der Wandel des "Systems
Erde" hat, baute er ein Exponat als einen Ordnungs- oder Anschaungs-Raum.
Dieser wurde?ZAUBERWÜRFEL
DER ÖKOLOGIE?
genannt. Eine Blackbox/Whitebox
als Raummeter Ordnungswissen über den Naturraum mit den Dimensionen:
1. FACHDISZIPLIN: also Natur-, Lebens-, oder Geisteswissenschaften (siehe
Kline, oder (Weiss 1968) mit seinen inscribed domains, oder Dahlberg?s
ICC), 2. GRÖßENORDNUNGEN: Mikro-, Meso-, Makro- Kosmos. 3. ZEIT-HORIZONTE
oder -EPOCHEN (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft). Dies erschien als die
einzige Möglichkeit anschaulich den Problem- und Lösungsraum
darzustellen.
Wir
können hier nur anreißen, daß dieser Raum, als Verbindungsraum
zur Realwelt mit ihren 3 Koordinaten, oder zum Begriffs- und Kulturraum
(auch 3 Dimensionen) der Klassifikation und der Switching-Systeme,
als 3 Räume verbindet. Stellen Sie sich dies vielleicht als ein Atrium-Haus
vor, eine 3Raum/Zeit die wir ein ?Kognitives Panorama? nennen,oder
als einen Urgrund für Paradigmen, als meta-paradigm,
- denn was ist ein Paradigma anderes als ein Denkweg den wir im Bezug zu
anderen Paradigmen in einer Paradigmenkarte darstellen wollen.
The
only really new paradigm would be to find the level
Wir
haben es eine Haus ohne Wände, ohne feste Grenzen genannt.
Jugendliche nannten es auch ein Haus der Augen
nachdem ich es?Haus der Horizonte
und Perspektiven, Proportionen und Konsequenzen? nannte.Das
Haus der Augen entstand weil konkret gefragt wurde wo bin ich? was lerne
ich? in welchen Bereichen und Kulturen? und vor welchen Zeithorizonten?
Für den Vergleich von Wurm-,Fisch-,
Vogel-, Gruppen, Kulturen- und Epoche- Augen oder Perspektiven bitte ich
diesen Einstieg
zu verfolgen. Wichtige Realisationen waren, 1. das multiperspektivisch
nicht nur ein leerer Begriff bleiben muß, sondern eine konkretes
Beispiel, eine Vorstellung dafür entstand, 2. das realisiert wurde
das die Realität, was Leute sehen können von der Position und
dem Blickwinkel abhängt und nicht eine Auffassung richtig, die anders
falsch ist, sondern das besser die Situation und Umstände konkret
verglichen wird. Dabei war ein weiteres Ergebnis Dualismus wie Einäugigkeit
sofort in einem Raummodell offensichtlich werden wenn gefragt wird: Wer?,
wo?,was?, mit welchem Blickwinkel?,
Optik/Linse und Perspektive?
Epipherma:
Müsset in Narturbetrachtung immer eins wie alles achten,
nichts ist innen, nichts ist außen.
J. W. Goethe
Begriffe
wie Post-Materialismus oder Meta-Materialismus (wie Metaphysik) wirken
sicher auf viele befremdlich. Wir bleiben hier bewußt bei den direktenLebens-
und Orientierungsfragen, letzte Fragen sind Weltanschauungs- und Glaubensfragen
die nichts mit dieser Arbeit zu tun haben. Der Aufsatz versteht sich als
Anregung mal nachzufragen was denn gemeint ist und in welchem Zusammenhang.
Die Apathie, Überwältigung, Überflutung mit Eindrücken
und Medien, aber auch das Verschwimmen von Grenzen und Horizonten sind
sicher auch eine Ursache für die Positions-, Perspektiv- undOrientierungslosigkeit,
den Zerfall von Werten und Sinnfindungen.
Jugendliche,
Pfadfinder, haben die Vision eines ?Welthauses?
völlig unabhängig vom hier vorgestellten Haus entwickelt. Ich
will damit zeigen das eingängige, (be)-greifbare Wortbilder und Denkfiguren
helfen können zu sehen worum es geht. Das Dorf als Metapher und Welt-Modell
ist interessant,
reicht aber nicht aus zumal es nicht "tief"! verstanden wird und schwer
nachvollziehbar und zu unterschiedlich erlebt wird. Traditionelle Kulturen
bieten Orientierungshilfen und Modelle für ihren Kosmos, für
ihre Entwicklungsstufe aber auch für jeden Einzelnen.Eine
Übertragung jedoch in unserer moderne, globale Cyberculture Welt ?eins-zu-eins?
sollte hinterfragt werden, denn die Horizont- und Kulturüberschreitungen,
andere Ebenen, Zeichenarten und Medien
erfordern eben auch andere Denkfiguren und Denkmodelle, neue Fragen und
Antworten.
Überall tun sich Wiederstände auf wenn es darum geht neues auszutesten,
seien dies neue Methodenoder Modelle,
vor allem aber wenn diese Änderungen eingefahrene Denkweisen und allgemeine
Vorstellungen hinterfragen, grundlegendes wie hier zum Beispiel ?Raum?
und ?Grenzen? nicht nur als ?leeres? Plastikwort verstehen wollen, sondern
als Potential, Chance und Herausforderung.
"Wer Grenzen
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