HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN
Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät - Arbeitsgruppe Agrar-Kultur und Sozialökologie
Leiter: Prof. Dr. Johannes Heinrichs
Philippstr. 13, 10115 Berlin, ( 030 2093 – 6268, Fax 030 2093 – 6268 
E-mail soz-oeko@rz.hu-berlin.de  http//www2.hu-berlin.de/soz-oeko/
Studium generale  Leitthema: Grundzüge der gegenwärtigen Zeitenwende
Ausgehend von J.G. Fichtes "Grundzügen des gegenwärtigen Zeitalters" und in Diskussion mit späteren/gegenwärtigen Versuchen der Zeit-Diagnose wird eine geschichts- und kulturphilosophische Analyse der Gegenwart versucht – wobei die Agrar-Kultur als ökologischer Spiegel der Gesamtkultur stets berücksichtigt wird.

Bitte später nochmal reinschauen / wir arbeitern zZt. an der Vortragsmitschrift und den Powerpoint - Grafiken
Sie finden diese demnächst auf dieser Seite

Montag, 17. Januar 2000, 18 Uhr c.t. bis 20 Uhr c.t.
Gastgeber Prof. Dr. Johannes Heinrichs
Hauptvortrag Dipl. Ing. Heiner Benking 
danach Gespräch zum Thema:

Die Neuen Medien –

ihr möglicher Beitrag zu einer "kommunikativen Gesellschaft".

Von "Informationsgesellschaft" wird seit mehr als 25 Jahren gesprochen, doch wo stehen wir nachdem die Neuen Medien und Tele-Technologien zu einer ersten Reife gelangt sind? Zentrale Fragen des Beitrags sind: Leben wir in einem "Süßen Brei"? (Gebr. Grimm, Johannes Heinrichs), ohne Position, Perspektive, Reflektion, Maß und Augenmaß, Hoffnung und Aktion?, stattdessen aber voller Unsicherheit, Mißgunst, versteckter Feindschaft und Ego-Showbusiness, Politainment and Tittytainment? Was bedeutet in diesem Zusammenhang eine virtuelle postmoderne "Cyberculture" als Gegenwelt, Flucht- oder Angstwelt? Kann uns die Philosophie eines Hellmuth Plessner da weiterhelfen?
Der Beitrag baut auf dem Tagungsband "Kommunikative Gesellschaft" des Ostasien-Instituts und der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung vom September 1977 auf: Er hinterfragt, was damals "vorgedacht" wurde und was dies mit der heutigen Diskussion einer Multimedia-, Wissens- und Lerngesellschaft zu tun hat. Weiterhin vertieft er potentielle partizipative Entwicklungsmöglichkeiten als Versuch die immer deutlicher werdenden Gefährdungen wie Abstumpfung und Orientierungslosigkeit bewußt zu machen und Gegenstrategien in Richtung einer "funktionalen, sinnvoll strukturierten und kommunikativen Gesellschaft" zu entwickeln. Zusammenfassend fordert er uns auf nicht in eine großes Lamento verfallen, sondern stattdessen konkrete alternative Modelle zu entwerfen und diese dann gemeinsam zu erkunden und auszuprobieren, z.B. in Zukunfts-, Transformations-, und Denkwerkstätten. ....
Robert Jungk fordert im Vorwort des Buches "Schaffen wir das Jahr 2000" neue "herrschaftsfreiere" Indexierungs- und Verwaltungsweisen von Wissen. Dabei war ihm klar, daß der Versuch, Wissen anders zu archivieren und zu ordnen, ein anderes Denken und Fühlen sowohl voraussetzt als
auch nach sich zieht und für die Entwicklung alternativer Wege zu einer offenen und kommunikativen Gesellschaft unabdingbar ist. Am Beispiel eines Märchens aus "1001 Nacht" wird gezeigt, wie eine Vision als Modell real und anschaulich wird und so helfen kann soziale Aufgaben einfacher als gemeinsame Ziele annehmen zu können, gemeinsam und besser informiert wünschenswerte, Zukünfte zu entwerfen um darin menschlich und eingebunden in die Natur leben zu können.

Eingangsfragen: 

  • Wird die weitverbreitete Ordnungs- Orientierungs-, und Sinn- krise verursacht und beschleunigt durch die "Neuen Medien", Mobilität, und Hatz/Atemlosigkeit?
  • Was sind die Auswirkungen der Tele-Kommunikation, Medien und Cyberculture auf uns? Wir die Welt so für uns zu ? einem Gefängnis?, ? einem Varieté?, ? einer Show?, ? einem Labyrinth?, süßem Brei?, sind die Auswirkungen die einer ? Bombe, oder ? einer Flut? Wer und was steht/stand hinter solchen Metaphern und sind solche Bilder hilfreich?,
  • oder ist es "nur" unser Denken, unsere Ortslosigkeit?, Körper-negation?, und Egoismus, und Gemeinschafts/Gesprächsverweigerung?
  • Sind in unseren schnell-lebigen "postmodernen" Zeiten die bunten, oberflächlichen/beliebigen Bilder/Worte, die Begriffsflut und die babylonische/multikulturelle Sprachverwirrung mit unbedachten, gefährlichen Modellen und Metaphern, der Kern des Problems?, oder können Begriffe&Symbole&Bilder&Modelle bei einer gemeinschaftlichen Ordnungs- und Sinnsuche helfen? - Wo gibt es dazu Ansätze oder Entwicklungsrichtungen? – muß alles beliebig und so vergebens sein? 
  • Können wir, anstatt mechanisch zu ordnen oder zu "orgaisieren", Teil von verschiedenen Ordnungen gleichzeitig werden, gemeinsam oder als Einzelne "In- der-Ordnung sein", und so Teilnehmer werden und uns über Beobachterpositionen klarer werden, uns vom "nur" kognitiven zum inter- und transpersonellen weiterentwickeln? Statt Beliebigkeit und Oberflächlichkeit an Themenkörpern und deren Transformationen teilnehmen, perspektiv und a-perspektiv?, - Grenzen definierend, verändernd und überspringend?
Versuch einer ersten Zusammenfassung (vorab):
Es geht um Alternativen zu "Bildern" wie der Informationsflut, oder "Dritten Bombe" (Levy/Einstein), Kultur als Gefängnis (Orwell), oder Kultur als Variete oder Show (Huxley/Illich), ... ob wir Wege finden können die "Bilder" zu wandeln indem wir sie annehmen, sie als "tiefe" Modellen entwerfen und bauen (wenn auch ggf. nur in der Vorstellung) in die wir dann gemeinsam "eintauchen" können um zu geteilten, gemeinsamen Erfahrungen und Einschätzungen, zu informierten Entscheidungen, und zu einem besseren Verständnis des Standorts und der Sicht der "Anderen" zu kommen. Schwierige Versuche, doch auch einfach wenn man mit Kindern und Entscheidern sich einfach einmal traut, einfach einmal die Dogmen und Unmöglichkeiten" an der Tür abgibt.. Sie sind herzlich eingeladen für den Weg / ein Paradigma mit konkret beschreibarem und darstellbarem Ziel. - Das Ziel?: Eine "kommunikative und lebendige globale Gesellschaft, eine Gemeinschaft mit Inhalten, anschaulichen Richtungen und von allen getragenen da bewußten Werten, vielleicht eines "integralen und temporalen" nachvollziehbaren Ethos? 
Eine "communion of subjects – not collection of objects" wie Thomas Berry schrieb.

Bitte sehen Sie die Kurzdarstellung, eine umfängliche Literaturliste und weiteres Material unter http://www2.hu-berlin.de/soz-oeko/zeiten-welten-wende.html. Bei der "Beschaffung" auch grauer Literatur sind wir gerne behilflich (dies erfolgt in Zusammenarbeit mit der Robert Jungk Bibliothek in Salzburg).
 

Heiner Benking, AC/UNU & BIC, Postfach 410926, D - 12119 Berlin, Germany, 
TEL/ FAX +49 30 793 2230   auch   www.benking.de  oder  heiner_benking@yahoo.com
heiner.benking@rz.hu-berlin.de   heiner@benking.de  http://www2.hu-berlin.de/soz-oeko/hebe.html

Sie finden hier eine vorläufige  erweiterte Literaturliste: 
http://www2.hu-berlin.de/soz-oeko/hebe-literatur 1990-2000.html

Als Lektüre empfehlen wir besonders:


Anlass zur Änderung des Vorlesungsprogramms war: 

  • Kommunikative Gesellschaft, Ostasien Institut / GMD, Bonn, 1977, Saur Verlag, Müchen, 1979
weiteres: http://www2.hu-berlin.de/soz-oeko/zeiten-welten-wende.html


Heiner Benking, HUB, Philippstr. 13, 10115 Berlin, ( 030 2093 – 6268, Fax 030 2093 – 6268, privat 030 793 2230
E-mail: heiner_benking@yahoo.com, or heiner.benking@rz.hu-berlin.de  http://www2.hu-berlin.de/soz-oeko/

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